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Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Johann H. Witschel
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Ward es licht in Jesu zwey Naturen

Durch das Reichsmandat zu Chalcedon?

Palästina und Egypten blutet,

Und der Jammer spricht dem Vorwiß Hohn! Sünde ists, dem freyen Geist gebieten, Wo der Glaube uns nicht besser macht. Thorheit ist es, von Erleuchtung sprechen, In dem Grab der finstern Mitternacht. hift Uebers Klare pflegt man nicht zu streiten; Jeder Tag erwirbt sein eignes Licht. Nur das Trübe lockt zu raschem Kampfe. Ach man wüthet, und erkennt sich nicht! Prüft die Vorwelt, prüfet euern Glauben, Ist euch helle, was bort finster war? Manches; aber viel noch liegt im Schatten Heute wie im ersten Jubeljahr.

Keiner zweifle, daß es lichter werde ca In dem alten groffen Heiligthums

Und vielleicht in Etambuls Mauern findet Sich noch ein Ur- Evangelium. Aber was feit achtzehnhundert Jahren, Lieben Brüder, noch im Dunkeln liegt, Darob laßt uns jetzt nicht mehr entzweyen, Oder traun, die alte Thorheit siegt.

Ehrt die Schrift, und lefet sie mit Freuden;

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