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Morgen- und Abendgebete.
te, preise und erbebe ich dich, mein Gott! Aus dankbarkeit gegen dich, will ich alles gute, das du an mir gethan hast, dazu anwenden, dich immer besser zu erkennen und aufrichtiger zu lieben. Stärke mich in dem entschlusse, und verleihe mir kraft, ihn auszuführen. Deiner weisen und väterlichen regierung übergebe ich, auf die ganze zukunft, alle meine mängel, bedürfnisse, wünsche, und schicksale. Auch in der bevorstehenden Nacht kann ich unter deiner Aufsicht sicher und ruhig schlafen. Sen du bei mir, damit kein Unfall sich mir nahe, und keine gefahr mich erschrecke. Loß deinen segen nicht von unserm lande weichen. Vergieb allen einwohnern ihre sünden, und laß weisheit und tugend immer mehr unter uns ausgebreitet werden. Trößte in dieser abendstunde alle leidende und bekümmerte; erquicke alle franke; forge für alle dürftige; erbarme dich aller funder; und laß alle die vielleicht in dieser nacht sterben werden, um Jesu Christi willen barmherzigkeit vor dir finden. Amen.
21 bendgefänge.
Mel. O Gott, du frommer Gott.
( diese
heut hab ich von dir Biel vaterhuld genossen. Erfüllt mit dankbarkeit, Bet ich dich findlich an, und rühme laut, der Herr Hat viel an mir gethan! 2. Wer sonst, als du, mein Gott, hat mir gedeihn und leben, Gesundheit, unterhalt, und freud und kraft gegeben? Wer war es sonst als du, Der mir in der gefahr, Die mir verborgen blieb, Mit hülfe nabe war.
3. Herr, du erforschest mich; Dir kann ich nichts verheelen: Du siehest jede that, Du kennst den rath der feelen. Du weißt es, ad) auch heut Vergaß ich meiner pflicht, und that, was du befiehlst, Von ganzem herzen nicht.
4. Mit reue denk ich jetzt Der menge meiner fünden. An dit, gott, füns digt ich! Laß mich erbarmung finden. Gedenke nicht der schuld, Der oft vers fäumten pflicht! Verwirf mich armen nicht von deinem angesicht 5. Allwissender, wer kann, nicht mit mir nach meinen werken. missethat! Sieh Jesum an, der mich 6. Getrost leg ich mich nun, Von sorg und arbeit müde, Und schlummre ruhig ein. Sterb ich, so laß in friede Mich selig sterben, Gott, Und führe meis nen geist In deinen himmel ein, Wo er dich ewig preist.
Wie oft er fehlet, merken? Sey gnädig, handle Vergilt mir fünder nicht nach meiner Mit dir versöhnet hat.
Mel. Der lieben sonne licht und pracht.
die sternenvolle nacht Von deiner allmacht zeuget. Dich, herr lobt jeder stern, und ruft: auf! lobt den herrn Erheb dich, feele! lob' erfreut, Den berrn des himmels und der zeit.
2 Wie groß, wie unermeßlich ist, Weltschöpfer, deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Sagt redes deiner werke. Mit göttlich weiser macht Regierst du tag und nacht; Das, was du schufft, thut dein gebot, und dienet dir, herr zebaoth.
3. Was bin ich, ewiger! vor dir, Daß du mich täglich liebest? Womit verdien ichs, daß du mir so viele gaben giebest? Herr, deine gnad ist groß: Reiß fecle, reiß dich loß, Vom eiteln, was dein herz beschwert; Gott, gott allein ist liebenswerth.
4. Mir ward der tag, der jegt vergeht, Durch dich zum gnadentage. Dein arm, dem niemand widersteht, Beschüßte mich vor plage. Du gabst mir, was ich bat; Ben allem, was ich that, Ward mir durch gluck und segen klar, Daß Gott mein freund und helfer war.
5. Uch! fordre mich nicht ins gericht. Gott, bey des tages schlusse! Ver. schmäh mein abendopfer nicht, nicht mein gebet und buße; Hab noch mit mir geduld; Vergieb mir alle schuld, Sieh von dem strengen richterthron, Auf meis nen Burgen, Deinen sohn!
6. Gieb nach der sanften ruh der nacht, mir einen frohen morgen. Ja, da dein auge um mich wacht, So schlaf ich ohne sorgen. Ich wach und schlafe dir, Du, herr, bist stets bey mir, Ach, vater, meine zuversicht, Verlaß mich einst im tode nicht!


