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wie the wisset. Sie gingen hin, und verwahrten das grab mit hå tern, und versiegelten den stein.
Beschreibung der Zerstöhrung der Stadt Jerusalem.
Als Is die zeit herbei nahete, daß Gott über Jerusalem, und das jus dische volk den endlichen zorn gehen lassen wollte, wie die pros pheten und der Herr Christus selbst ihnen gedråuet und zuvor geſagt hatten; sind diese nachfolgenden zeichen vorher gegangen: Es ist am himmel ein Comet gesehen worden, wie ein schwert gestaltet, welcher. ein ganzes jahr gegen der stadt über gestanden, und von jedermann ist gesehen worden. Eben in den tagen der ungesäuerten brodte, am achten tage des monats april, um neun uhr in der nacht, ist bei dem altar im tempel ein solch hellglänzendes licht erschienen, daß jeder. mann meinte, es wåre tag. Ein ehernes großes starkes thor am innern tempel, daran zwanzig mann heben mußten, wenn man es aufthun wollte, welches mit starken eisernen riegeln verwahret war, hat sich um die sechste nachtstunde selbst aufgethan. Den ein und zwanzigsten Junii hat man in der luft und an den wolken an vielen orten des himmels wagen schweben, und sich wie eine große růstung von reutern und knechten an den wolken zusammen ziehen, und mit geprasfel in der nacht schlagen sehen. Vor dem pfingsttage, als die priester inwendig im tempel bereiten wollten, was zum feste gehöret, haben sie ein groß getümmel und gepolter, und hernach eine stimme gehöret, welche gerufen hat: Lasset uns von hinnen wegziehen! wies wohl etliche sagen, das sey geschehen zu der zeit, da der vorhang im tempel unter Christi leiden zerriffen ist. Auch ist ein mensch gez wesen, Jesus, genannt Unani, eines gemeinen mannes sohn, wels cher, als er gen Jerusalem kommen, auf das fest der lauberhütten, aus einem besondern geifte geschrieen hat: O ein geschrey vom mors gen! Dein geschrey vom abend! O ein geschrey von den vier wine den! Dein geschrey über ganz Jerusalem und den tempel! eine elende klage über braut und bråutigam! ein geschren über alles volk! und solch klägliches geschrey trieb er tag und nacht nach einander, und lief wüthend in der stadt umher. Und wiewohl ihn etliche mit geisseln und ruthen straften, die diese worte als eine böse deutung über die stadt nicht gerne höreten; so hörete er doch nicht auf. Und als man diesen menschen dem landpfleger gebracht, welchen die Römer damals zu Jerusalem hatten, der ihn auch mit geisseln hart bis auf das blut, ståupen und peitschen ließ: hat er doch mit keinem worte gnade gebeten, hat auch nicht eine thráne fallen lassen, sons dern ohne unterlaß überlaut geschrieen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Ulbinus, der richter, hat ihn als einen thoren verach. tet. Dieser mensch aber ist sieben jahr nacheinander nicht viel mit leuten umgegangen, sondern allein gegangen, wie ein mensch, der et.. was tief bei sich besinnet, oder dichtet, und hat immerdar diese worte von sich hören lassen: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! und von solchem rufen ist er nicht müde worden. Als aber nun die stadt von den Römern belagert worden, ist er auf den mauern um. her gegangen, und hat immer geschrieen: Wehe über den tempel!


