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Leidensgeschichte Jesu.
Flagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure kinder. Denn sehet,
es wird die zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die unfruchtbaren, und die leiber, die nicht geboren haben: und die brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den bergen: Fallet über uns! und zu den hügeln: bedecket uns! denn so man das thut am grünen holz, was will am důrren werden. Es wurden aber auch hingeführt zween andere übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden.
Und sie brachten ihn an die ståtte, die da heißt auf hebräisch Golgatha, das ist verdollmetschet: Schädelståtte. Und sie gaben ihm effig, oder vermyrtten wein zu trinken, mit gallen vermischt, und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken.
Und sie kreuzigten ihn an die ståtte Golgatha, und zween übelthåter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken hand. Jes sum aber mitten inne. Und die schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die übelthäter gerechnet. Und es war die dritte stunde, ba sie ihn kreuzigten.
Jesus aber sprach: Bater vergieb ihnen! denn sie wissen nicht, was sie thun.
Pilatus aber schrieb eine überschrift, geschehen, was man ihm schuld gab, die ursach seines todes, und sehte sie auf das kreuz oben zu seinem haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese überschrift lafen viele Juden; denn die ståtte war nahe bei der stadt, da Jesus gekreuziget war, und es • war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache.
Da sprachen die hohenpriester der juden zu Pilato: Schreibe nicht der juden könig; sondern daß er gesagt habe: Ich bin der ju ben könig. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
Die kriegsknechte, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie feine kleider, und machten vier theile, einem jeglichen kriegsknecht sein theil, dazu auch den rock. Der rock war aber ungenähet, von oben an gewicket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns nicht den rock zertheilen, sondern darum lofen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die schrift, die da saget; Sie ha ben meine kleider unser sich getheilet, und haben über meinen rock das loos geworfen. Und sie saße allda, und hüteten sein. Sola ches thaten die kriegsknechte, und das volk stund und sahe zu.
Es stunden aber bei dem kreuze Jesu feine mutter, und seiner mutter schwester Maria, Cleophas weib, und Maria Magdelena. Da nun Jesus seine mutter sahe, und den jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner mutter: Weib, siehe, das ist dein sohn; Darnach sprach er zu dem jünger: Siehe, das ist deine mutter; und von stund an nahm sie der jünger zu sich.
Die aber vorüber gingen, låsterten ihn, und schüttelten die köpfe, und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den tempel, und baueft ihn in dreien tagen! hilf dir selber; bist du gottes sohn, so steig herab vom kreuze. Desgleichen auch die hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den schriftgelehrten und ältesten, sammt dem volk, und sprachen: er hat andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen; Ist er Christus, der tönig von Israel, der auserwählte Got:


