Die Beschreibung von der Zerstöhrung Jerusalems. III
einer höhern hand geleitet, einen feurigen brand in ein fenster der an den tempel gebaueten zimmer. Sogleich breitete sich das feuer in diese neben- gebäude aus. Tis tus eilte alsbald den brand zu Isschen; aber seine befehle wurden nicht vernommen. Die Römis
Nachdem die burg Antonia nem antriebe, oder vielmehr ven unter vielem blutvergiessen er obert und völlig needergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine lage als die stärksten mauren ausnehmend feste tempel angegriffen werden, zu welcher zeit benn auch das tägliche opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche gebäude und für den gottesdienst der Juden ei ne bewundernswürdige ehrerbie, tung aufferte, ließ sich deffen er haltung mit der äussersten sorg falt angelegen seyn, und ermüe dete nicht, sowol in eigener person, als durch den Josephus, den Johannes mit seinem gottlosen hau fen durch wiederhohlte rührende vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fortgefesten frevel das heiligthum GOttes nicht entwei hen, vielmehr durch eine endliche übergabe es dem nahen untergan ge entreissen mögten: versprach ihnen auch die ungestörte fort fegung ihres gottesdienstes. Al Lein diese bdsewichter verschmähe: ten dieses alles, befesten die thore des tempels mit krieges maschi nen, und machten denselben durch raub und blutvergiessen, nach Chrifti worten, nun völlig zur an das östliche thor desselben ihre mörder- grube. Daher sahe sich Ti- frieges jeichen, brachten daselbst tus endlich gendhtiget, die äusser fte gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abgeschlagenen stür: men an die thore deffelben fener legen zu lassen, welches denn alle bedeckte gange um den tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den befehl, das feuer zu löschen, um das noch unversehrte haupt- ge: bäude des tempels zu erhalten; Die aufrührer hatten sich inaber keine menschliche vorsicht| zwischen mit gewaffneter hand den vermogte den rathschluß GOttes weg aus dem tempel geöffnet, und zu verhindern. Ein heftiger aus verlangten eine unterredung mit fall der Juden zog das gefechte dem Titus. Dieser erbot fich, in die nahe des tempels, und ein ihnen das Leben zu schenken, Rémischer soldat warf aus eige
schen legionen drangen wührend auf den tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifens den flammen, und erfüllten alles mit blut und leichen. Titus bes gab sich mit einigen seiner heers führer selbst in den tempel, besahe dessen heiligthum und die darin befindlichen geräthe, und fand, daß die pracht alle nachrichten davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten bemühungen, dieses innere des tempels ju retten; aber vergeblich; der ganze tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem tage, da der erste von. den Babyloniern verbrandt wor den, durch die flammen völlig vers zehret. Ein allgemeiner raub und die blutigste niederlage verbreites te sich ohne einiges verschonen in dem ganzen raum des tempels. Die römischen soldaten pflanzten
ihre heidnischen opfer und riefent den Titus als sieger aus. Eine anzahl priester, so auf einer mauer des tempels ihre sicherheit geſucht, flehete vergeblich um ihr leben, Titus antwortete: die zeit der bes guadigung sey geendet, und sie müften nunmehro mit ihrem tems pel umkommen.
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