253
Abendlied.
Mel. Ver deinem Thron tret.
Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Auch diese Woche eilet schon unwiederbringlich schnell davon.
2. Dank, unserm Vater, unserm Gott, für seis nen Beystand in der Noth, für tausend Proben seiner Treu; denn feine Huld war tåglich neu.
3. Wenn unser Herz, von Schuld befreyt, sich mancher guten That erfreut: weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein.
4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht; verzeih uns die verletzte Pflicht! Dusiehst, Erbarmer, uns re Treu, um Christi willen sprich uns frey.
5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets nå her hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zus gezählt: die letzte weislich uns verhehlt.
6. Du låßt, uns långer zu erziehn, uns Stuns den, Tage, Jahr' entfliehn; doch an dem Ziel der Pilgerschaft kommt unsre große Rechenschaft.
7. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find't.
8. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die uns fer Loos entscheiden soll, so führ uns aus der Ues bungszeit zu deiner frohen Ewigkeit.
9. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew's ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht!
Ans


