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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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zu erringen den Himmel eines reinen Herzens, in der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.- Ja! diese Kraft ist fähig, die Höhe einer Tugend­begeisterung zu erreichen, die kein vorüberfliegen­der Wonnenrausch ist, den der Genuß irdischer Freuden giebt;- nein, es ist die dauernde Se­ligkeit, die erhaben ist über den Wechsel weltli­cher Dinge. Diese hohe Tugendbegeisterung ver­seßt uns tiefer in die stille Vorhalle, mit wel­cher das irdische Dasein an das himmlische grenzt: da wohnet der Friede Gottes, der höher ist denn alle Vernunft, oder vielmehr höher denn der grübelnde Verstand, der sich vermißt einzudrin­gen in die Tiefen der Gottheit, und zu ergrün­den den Unergründlichen, der sich innig genug dem Gemüthe des frommen Beters offenbart. Von dieser Innigkeit, von diesem Gottgefühle durchdrungen, wandelt siegreich der kämpfende Geist durch die Anfechtungen der feindlichen Kräfte.

O! schön sind die Siege der Tugendkraft! Sie sind um so reiner, himmlischer, je we niger die Welt ihre Belohnungen ihnen zuwirft. Wer es ein Mal empfunden hat, wenn Stürme der Außenwelt auf ihn eindrangen, wenn körper­liche Leiden ihn peinigten, wenn unfreundliche, oder gar feindliche, von menschlichen Verhältniſs sen ausgehende, Berührungen ihn trafen; wer es