Druckschrift 
Gesangbuch, alte und neue Lieder in sich enthaltend / hrsg. von Joh. Anastasius Freylinghausen
Entstehung
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Gebete und Betrachtungen

zu bleiben! Mit welchen Schwierigkeiten hat er zu kämpfen gehabt! Aber wie herrlich ist seine Stand: haftigkeit belohnt!

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Seiner wollen wir gedenken, so oft die Versuchung zu einem trågen und unthätigen Leben un sern Eifer, uns zum Dienst der Welt geschickt zu machen, schwächen will. Je weniger unsre äußere Lage uns no thigen wird, arbeitsam zu seyn und für andre zu leben, desto mehr wollen wir aus eigenem Triebe alle unfre Kräfte aufbieten, zu dem allgemeinen Wohl der Mensch heit mitzuwirken. Gott! wie viel ist noch zu thun übrig! Wie viele Gebrechen sind noch zu heilen! Wie viele Uebel sind noch wegzuschaffen! Wie viele Irrthümer sind noch zu besiegen! Wie viele Lasten sind noch der gedrückten Menschheit abzunehmen! Wie viel einzelnes Gute ist noch zum allgemeinen Guten zu erheben! Wenn jeder Einzelne thut, was er vermag, so muß das Ganze ges winnen! Was hat Christus, so unbemerkt und still im Anfang seine Wirksamkeit, so wenig der nächste Erfolg glücklich schien- was hat er nicht zu Stande ges Bracht! Welche bewundernswürdige Wirkungen sind von ihm nach einer langen Reihe von Jahrhunderten zurückgeblieben!

Und sind es denn nicht unsre Brüder, für die wir wirken? Wie heute Bekannte und Unbekannte, Arme und Reiche, Gebildete und Ungebildete von Einem Brod aßen, aus Einem Kelch mit uns tranken: so ges hören wir ja alle Einem Vater an, sind die Schüler Eines Meisters, sind durch Eine Natur, durch Eine Be­stimmung, durch Einen Glauben, Eine Hoffnung verz bunden. Ja, so oft uns eine feindselige Leidenschaft bes herrschen, so oft Menschenverachtung, Stolz und Eitel feit sich in uns regen will, wollen wir deiner geden: ken, göttlicher Menschenfreund, dem nur der Mensch etwas galt, und der für alle lebte, duldete, blutete, dessen Herz sich jedem Bedürfniß liebend öffnete, der mit sterbenden Lippen uns das Gebot hinterließ: Das ges biete ich, daß ihr euch unter einander liebt. Ihr seyd meine Freunde, wenn ihr thut, was ich euch gebiete!

All