Druckschrift 
Bergisches Gesangbuch : bestehend in 930, sowohl alten als neuen geistlichen Liedern für die evangelischen Gemeinen zur Erweckung heiliger Andacht, Uebung wahrer Gottseligkeit und zum christlichen Gebrauche bei dem öffentlichen und häuslichen Gottesdienste nebst Gebeten
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Besondere Fragstücke.

12

Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Sol­ches thut so oft ihrs trinket zu meinem Gedächtniß.

So glaubest du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Antwort. Ja, ich glaube es.

Was bewegt dich denn das zu glauben? Antw.

Das Wort Christi: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib: Trinket alle daraus, das ist mein Blut.

Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und fein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Antwort.

Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie Er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihr es trinket zu meinem Gedächtniß.

Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselbigen verkündigen? Antwort. Daß wir lernen glauben, daß keine Kreatur hat können genug thun für unsere Sünden, denn Christus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken für unsern Sünden, und dieselbigen lernen groß achten, und uns sein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünz den zu sterben und dafür genug zu thun?

Antwort.

Was soll einem Christen vermahnen und reis

zen, das Sakrament des Altars oft zu empfangen? Antwort.

des

Von Gottes wegen soll ihn beide Herrn Christi Gebot und Ver heißung. Darnach auch seine eige

ne Noth, so ihm auf dem Halſe liegt, treiben, um welcher willen, folch Gebieten, Locken und Ver: heißung geschieht.

Die große Liebe zu seinem Va­ter, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet. Joh. 15. Röm. am 6. Gal. am 2. Kap.

Wie soll ihn aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen tann, oder teis nen Hunger noch Durst zum Satrament empfindet? Antwort.

Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er erstlich in seinen Busen greife, ob er auch Fleisch und Flut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon fagt Galat. 5. Röm 6.

Zum

andern: daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh. 15. und 16. 1 Joh. 2. und 5. Kap.

Warum willst du denn zum Sakrament gehen? Antwort.

Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sey, wie geſagt. Und darnach auch von

Shm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben.

Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift abmalt, Johann. am 8. und 16. 1 Petr. 5. Eph. 6. und 2 Tim. 2. Kap.

ΝΟΤΑ.

Diese Fragstück und Antwort ſind

kein Kinderspiel, sondern von dem Ehrwürdigen, Hocherleuchte ten und theuren Mann Gottes D. Martin Luther, für die Jungen und Alten, aus einem großen Ernst vorgeschrieben. Ein jeder sehe sich wohl vor, und lasse es sich auch ein Erust seyn: denn St. Paulus zu den Galatern am 6. ſpricht: Frret euch nicht, Gott läßt

sich nicht spotten.

Wie