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Nachdem nun Jesus Alles, was Ihm zu thun und zu leiden oblag, zu Ende gebracht und für un ser Heil, für das Heil aller Menschen, so große Sorge getragen hatte, sorgte Er zuleßt noch für sich selbst und befahl Seine heilige Seele in Seines himmlischen Vaters Hände. Wenn wir aber den Herrn bei Seinem Sterben mit lauter Stimme rufen hören: ,, Bater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände!" so zeigt Er uns damit, wohin wir im Tode unsere Zuflucht nehmen sollen, nämlich zu unserm nunmehr versöhnten Gott und Vater im Himmel. Da ist Deine Seele am besten auf gehoben, da ist sie sicherer, als- hinter Wall und Mauren, da kann sie kein Teufel aus Deines Vaters Hand reißen. Auf dem Todtenbette ist der Feind, weil er weiß, daß er wenig Zeit mehr hat, ganz besonders geschäftig, Dich von dem Vertrauen auf Gott und von dem Glauben an die Kraft des Blutes Deines Erldsers abwendig zu machen; er hält Dir das schwarze Sündenregister Deines Lebens vor die zitternde Seele und will Dich überreden, Du gehörest ihm und keinem Andern an. Wisse, ähnlich ist es Deinem Herrn in seiner letzten Stun de ergangen. Er ist versucht worden allenthalben, gleichwie wir. Wie einst der Versucher zu ihm trat, und wies ihm alle Reiche der Welt, so hat er Ihm jetzt alle Sünden der ganzen Welt gezeiget und Ihn höhnisch gefraget, wie Er sich mit dieser Menge, zahlreich wie der Sand am Meer, hinauszugelangen getraue? Ach wie bange wurde dem Heilande da, wie rief er so voll Angst: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Aber siehe! Er kannte das Mittel gegen solche Anfech


