Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis.
Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24:34. Nien iemand kann zween Herren die nen; entweder er wird einen bassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken wer: det, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr, denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was
werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns
denn euer
Eleiden? Nach solchem allen trachten Bater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Lag seine eigene Plage habe.
Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10.
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einander uns zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geift, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern last, so wer det ihr das Geset Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sen etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe fein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Laft tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unters richtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht fpotten. Denn was der Mensch fäet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird ven dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ern= ten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeift aber an den Glaubensgencffen.
o wir im Geifte leben, so laßt une auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter
Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit.,
Luc. 7, v. 11:17.
11nd es begab sich darnach, daß er
in mit
ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siche, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Garg an, und die Träger- standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle
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