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Verbessertes Gesangbuch, zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat-Erbauung
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Gemüthe. Billig muß ich dir hin: wieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben.

6. Herr! dazu, bitt' ich, hilf du mir! 3euch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan= gen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden.

Erster Theil. Vom Wesen Gottes

giding Der 36. Pfalm.

Mel. des Pfalms.

36.

ott, deine Huld und

Gütigkeit erfüllet alles, reicht ſo weit, als deine Himmel reichen! und alles sagt: daß deine Treu', wie du, unendlich, ewig sen! Eh werden Berge weichen, eh' uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang' du bist,

Erbarmung vor dir finden.

2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh! du, Gott, erhältst, er: nähreft sie, wer kann dich gnug er beben! Du Gott voll Gnaden, voll Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, die hier auf Erden leben. Wer giebt dem Menschen sichre Ruh? Wer,

wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud' erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Lust, wer will sie so entzücken.

3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gútigkeit, quillt nicht von dir das Leben? Auch kenn­ten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schuge sie, die alle Falschheit haffen!

Von der Geduld und Langmuth Gottes.

37. Getreuer Gott!

Gott! Wie

Mond

viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleich wohl, Bater, suchst du ihn lang: müthig davon abzuziehn, zur Beß:

rung zu bewegen.

2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so fuchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange fahst und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! wie trugst du nicht mit

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