23
-
O! wie groß ist nicht deine Liebe, und wie unzählbar sind deine Wohlthaten ge. gen mich!
Viele tausend Menschen haben beute ge. wiß einen üblen Tag gehabt, haben Hun. ger, Durst, Krankheit, Schmerzen und Elend gelitten! viel tausend sind gestorben, und verdorben, ich aber lebe noch, und bin gefund, und kann über kein Unglück, über kein lebel klagen, als das ich mir vielleicht selbst gethan, oder durch meinen Leichtsinn, Muthwillen und Bosheit mir zugezogen habe. Du bewahrtest mich vor Unglück.
Ja! du gabst mir, o Gott! auch heute wieder Speise und Trank, und liefest sie mir zur Gesundheit gedeihen; du unterstüteft mich bey meinen Arbeiten, bey meinen Ge schaften und Sorgen; und so find's noch tausend Gutthaten, die ich von dir empfieng, die ich nicht einmal weiß, und in Ewigkeit nicht vergelten kann..
Ich danke dir also noch einmal, o guter Gott! für alles Gute, das du mir gethan.
Aber! hab' ichs wohl auch verdient, daß Gott so gutig gegen mich gewefen? Den heu.


