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ihrem Kopfe und Geschmacke schmieden; welche dem Echeine nach etwa an Sonn- und Feiertagen noch zur heiligen Messe gehen; dennoch aber durch ihre schlechte Aufführung sich selbst genug verrathen, daß sie keinen Glauben mehr haben, daß sie Freidenker sind. Von dergleichen Afterchristen, die dem Himmel zum Abscheu, der Welt zum Verderben sind, entzieh dich nach Möglichkeit, sonst stecken sie dich mit ihrem schmeichelhaften Gifte an. Bei dir foll der unveränderliche Schluß festgesest sein: Ich will in iener Kirche verharren, welche Gott durch fo viele sichere Kennzeichen, durch so viele Parke Beugnise, durch so viele Wunder, als die wahre beståttiget bat, ungeachtet, was die heutigen Wiblinge dagegen erdenken, schwägen oder schreiben.
3. Lede nach ihren heiligen Grundsigen. Das Evangelium, die Lehre und das Beispiel des Erlösers müssen die Vorschrift deiner Sitten sein; sonst trágst du den Namen eines Christen umsonst, wenn du weder seiner Lehre, noch seinen Beispielen nachfolgest. Ihr alle, schreibt Paulus, Galat. 3. v. 27. die ihr in Christo getauft feid, habt Christum angezogen, das ist: ihr alle müffet euch in euren Sitten und Lebenswan= del Christo gleichförmig machen. Das Ubsehen, warum das ewige Wort des Vaters sich also erniedriget, und unsere Natur angenommen hat, ging dahin, daß wir von ihm eine ganz andere heilige Lebensart erlerneten, also redet Paulus Tit 2. v. 11. 12. Die Gnade Gottes, un fers Erlófers, ist allen Menschen erschienen, und hat uns gelehret, daß wir der Gottlofige keit und allen zeitlichen Gelüsten abfagen, und måßig, gerecht und gottfelig in dieser Welt leben. Gieh! also mußt du deinen Wandel einrichten, wenn du eine sichere Probe geben willst, wie hoch du die wahre Kirche schåpest; anders leben, und anders glauben heißt eben so viel, als in dem Werke läugnen, was man mit Worten bekennet. Die Freiheit zu leben, wie man will, zichet nach sich die Freiheit zu glauben, was man will, wie man heutiges Tags, nicht ohne schaudervollen Schmerzen, fast aller Orten sehen muß.


