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Die Sechswöchnerin schicket sich
Die Sechswöchnerin schicket sich zu ihrem Kirchengang. Aufmunterung.
Mann Gott eine Sechswöchnerin gnädiglich ihre sechs Wochen erhalten, ihre Kraft ihr wieder gegeben, sie gestärket, sie und ihr Kind vor Unglück bewahret, daß sie nun ihren Kirchengang halten kann, so soll ja allerdings ihr Mund voll Rühmens seyn, und den allerhöchsten Gott dankbar preisen und loben. Sie soll 1) erwägen, wie schwach und kraft. los sie sich in ihr Bette gelegt, aber auch, wie Gott thre Kräfte erneuert, daß sie nun gesund und frisch wieder ausgehen kann. 2) Sie soll gedenken, wie andere Sechswöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, ja, gar gestorben. Wenn aber Gott fie davor bewahret, so soll sie dès Lobens und Dan. tens nicht vergessen. 3) Wenn sie über das auch ihr Kind frisch und gesund siehet, so hat sie Ursache, dieſe Hohe Wohlthaten Gottes demüthigst zu erkennen. 4) Ihr Kirchengang foll geschehen mit Andacht, einem dankbaren Herzen und lobenden Munde. 5) Sodann soll sie ihr Gebet, Fürbitte und Danksa. gung verrichten, Gett loben, sich und ihr Kind Gott befehlen, den Segen empfangen, und hernach der empfangenen Güte Gottes alles eingedenk bleiben.
Gebet.
Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthaten, die er an mir gethan bat? ja, der Herr hat Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. O du gnädiger und starker Gott! ich will nun meinen Aus- und Kirchengang halten, dir in deinem Tempel zu danken für deine gnädige Hülfe und starken Beistand, den du mir bast erwiesen. Herr Gott! du hast mich glücklich entbunden, mein Leben erhal ten, mein Kind mich fröhlich lassen erblicken.


