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Aufmunterung zum
6. Rathsleute suchen die, so da im Zweifel stehen, dieselben sind dein Wort, dahin ich pfleg zu gehen; frag ich, was thu ich jetzt, gehts übel oder wohl? so zeiget mir dein Wort, was ich erwählen soll.
7. Nach diesem Lebenswort will ich nun einhergehen, es soll mein Leitstern seyn, o! darnach will ich sehen, womit es mich anweist, das thu' ich ungescheut, und meid mit allem Fleiß das, was es mir verbeut.
8. Ach nimm doch nicht hinweg das Wort aus meinem Munde, ach! laß es seyn mein Trost bis in die Todesstunde; wenn sich mein Mund zu schleußt, nimmt keine Speis mehr ein, so laß bein liebes Wort der Seelen Speise seyn.
9. So hab ich Unterricht, dieweil ich werde leben, ich hab auch Trost, wenn ich soll meinen Geist aufgeben; und was dein Wort verspricht in dieser Gnadenzeit, sieh, das erlang ich dort in jener Herrlichkeit. Aufmunterung zum Morgen- Gebet am Sonntag.
Psalm 5, v. 2. 4.
Herr, höre mein Wort, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten.
Unser ser ganzes Leben ist nichts anders, als Beten
und Danken: nämlich, daß wir alle Tage Gott in unserm Gebet anrufen um seinen Segen, Hülfe, Beistand und Gnade, und wenn wir solches er. langen, daß wir ihm herzlich dafür danken. Dar um, glaubiger Chrift! wenn du des Morgens er wachest von deinem Schlaf, so hebe vor allen Din gen deine Augen auf gen Himmel, denk nicht gleich) an deine Geschäfte und Arbeit, lauf nicht gleich hin, etwas zu erjagen, sondern falle erst nieder auf deine Kniee, dante Gott und empfehle dich seinem gnä, digen Schuß. Denke nicht, du versäumest zu viel,


