437
nicht fühlen ihre Noth?* Wer erwäget ohne Schauer,* Der verwais'ten Mutter Trauer* Ueber ihres Sohnes Tod?
4. Ihn für freche Sünder büßen, * Ströme Bluts aus Wunden fließen,
Hilflos sterben sah sie ihn;* Sah den Sohn am Kreuz, verlassen,* Ueberhäuft von Schmach erblassen,* Und sein Leben von ihm flieh'n.
5. Heilige Mutter, Quell der Liebe! * Daß ich mich, wie du betrübe,* Weine so um ihn, wie du;* Daß ich Jesu Lieb' erkenne,* Gegen ihn vor Liebe brenne, * erbitt' mir Kraft dazu!
6. Möcht' ich Schmerz und Reu' vereinen,* Üeber meine Sünden weinen, * Für sie büßen lebenslang;* Oft im Geist zum Krenze gehen,* Mit dir unterm Kreuze stehen,* Ganz erfüllt von Lieb und Dank!
7. Hilf mir flehen, Gnad' erwerben, * Daß mir, wenn es kommt zum Sterbent, * Heil und Segen widerfährt; * Daß Gott mein, als Richter, schone; * Was kannst du von deinem Sohne, * Bitten, daß er nicht gewährt?


