2
-
-
und reiflich, und flehte dabei unablässig um die Erleuchtung des heiligen Geistes, damit er sich ja recht entschließen könne. Endlich entschied er sich und begehrte sie von ihren Eltern zur Ehe. Diese gaben zu dem Jaworte der Tochter ihren elterlichen Segen. Das fromme Brautpaar wurde mun, nach christlicher Vorbereitung durch Gebete und gute Werke, zu Madrid an den Stufen des Altars zum heiligen Johannes dem Täufer kirchlich getraut. Bald hierauf fehrte der Markgraf mit seiner Gattin nach Italien in seine Markgrafschaft zurück. Dieß war der frommen Markgräfin sehr lieb, denn sie hatte schon längst sich gesehnt, fern vom Königlichen Hofe, und seinen Gefahren, ruhig und ungestört Gott dienen zu können. Sie lebte sofort in ihrem Ehestande, auf dem Schloffe zu Kastiglione höchst zufrieden und glücklich; wie sie eine feusche Jungfrau und gottesfürchtige Braut gewesen so war sie jetzt eine sittsame und treue Gattin; weil sie von Jugend auf Gott lieben und ihm dienen gelernt hatte, war es ihr ein Leichtes, auch im Ehestande ihm eifrig zu dienen. Ein tugendhaftes Weib, wer findet es? über Perlen geht ihr Werth. Kraft und Würde ist ihr Gewand. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und das Ge seß der Anmuth ist auf ihrer Zunge. Ein Weib, das Gott fürchtet, verdient Ruhm, Sprüch. 31, 10. Gott segnete ihre Che mit Kindern. Als Martha das erste Kind unter ihrem Herzen trug, erwachte in ibr der Wunsch, einen Sohn zu erhalten, der Gott im geistlichen Stande dienen würde. Sie empfahl Gott ihres Herzens Wunsch im Gebete, fühlte bald ein noch innigeres Verlangen nach jenem Glücke und flehte nun mit gläubigem Vertrauen um Gewährung ihrer Bitte. Sie wurde erhört sie gebar einen
"
-


