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die Welt für alle meine Sorgen und Leiden mitgibt, mehr hat sie nicht zu geben, mehr gibt sie nicht. Wo sind die dargebotenen und gewährten Freuden? Verschwunden, wie die Jahre meines Lebens. Wo bleiben die Güter, welche die Welt als Lohn für so viele Mühen verlieh? Sie bleiben der Welt; sie behält, was sie hat, und nimmt, was sie gibt.- Ist es nicht thöricht, einer solchen Welt zu dienen, die am Ende Alle betrügt? DEitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist eitel! Alles ist eitel, was die Welt bietet und gibt und wieder nimmt; aber Dir, o Gott, dienen, und recht handeln ist nicht eitel. Was im Dienste meines Gottes, meines Heilandes und Erlösers geschehen, geht über das Grab hinaus und trägt den Lohn in die Ewigkeit. Dieser Gedanke ist der Trost meiner Seele am Abende meines Lebens. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Nimm und behalte nur, o Welt, was Du haft; aber Du mein Heiland, gib mir das Erbe, welches du verheißen; nach diesem geht mein Verlangen. Muß ich auch manche Fehler meiner Jugend in meinem grauen Alter bereuen und beweinen, so wankt doch mein Vertrauen nicht. Herr, Du hast mir Vergebung zugesichert, hast durch Deinen Stellvertreter zu mir die Worte der Gnade gesprochen: ,, Deine Sünden sind dir vergeben," so will ich denn vertrauensvoll Dein heiliges Kreuz umfassen, an dieses will ich mich halten, bis mein morscher Leib zusammenfällt. Sterbend will ich leib und Seele Dir, o Jesus! übergeben. Verleihe mir gnädig, daß ich durch die Leiden und Schwächen meines Alters meine früher begangenen Sünden völlig abbüße, und laß mich nicht eher sterben, bis dieses geschehen, bis ich des Himmels würdig bin; laß mich
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