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Es besteht jedoch unglücklicher Weise ein weitverbreitetes Vorurtheil, als ob die fromme Ausübung der Religion mit dem militärischen Geiste unvereinbar wäre. Höret, was der hl. Gordius, ein Officier des alten römischen Kaiserreichs, der unter dem Kaiser Diocletian den Martyrertod er= litt, dazu gesagt hat: ,, Glaubt man denn, daß die Krieger allein nicht selig werden können? Ist denn ein frommer Officier ein Wunder? Hat man nie geschen, daß ein Feldherr Gott verehrt hat?" Man spricht wohl in Betreff der Religionsübungen von allerlei Schwierigkeiten im Soldatenstande; aber welcher Stand auf Erden ist wohl gänzlich frei von solchen Hindernissen? Und was hindern denn die Ruhe des Friedens oder der Lärm des Feldes und des Lagers? Ist nicht unser Herz jener Tempel Gottes, wo wir ihn immer finden und uns mit ihm beschäftigen können? Warum soll nur allein die Wohnung und das Zelt des Soldaten nicht ein Ort des aufrichtigen Gebetes sein fönnen?- Das Gebet ist das tägliche Brod der Seele, welches ihr ebenso nothwendig ist, als dem Leibe die irdische Nahrung, und Niemand ist dieser täglichen geistigen Störkung mehr bedürftig, als der Soldat, dessen Leben ein fortwährender, Muth, Kraft und Ausdauer erfordernder Kampf ist. Man verlangt nicht, daß ihr ganze Stunden auf das Gebet verwenden sollt, das wäre euch nicht möglich; aber erinnern sollt ihr euch, daß ein reines Herz das angenehmste Opfer ist, welches man Gott darbringen kann, und daß die Standhaftigteit in der Tugend und der Abscheu vor dem Laster ein gutes, Gott wohlgefälliges Gebet ist.
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