Dritte Betrachtung.
Heilsmitteln der Kirche genährt, hatteft Mittel, wie Wenige; du bist also verloren durch deine eigne Schuld. Dann ruft raffelbe Gewissen: und warum bist du verloren? wofür hast du dich in diesen Abgrund gestürzt? Für ein kleines irdisches Gut, welches du nicht mehr hast, für ein Bischen Ehre, die längst verflungen, für ein kleines Vergnügen, das nur einen Augenblick währte. Und diese Folter des Gewissens willst du, meine Seele! ertragen?
III. Punkt. Die Strafe des Verlustes. Alle diese Strafen find aber noch nicht mit der zu vergleichen, welche, die Strafe des Verlustes genannt, in der Beraubung ter ſeligen Anschauung Gottes, dieses Erbtheiles der Seligen be steht. ,, Tausend Höllen," sagt der heil. Joh. Chrysostomus, sind Nichts im Vergleiche mit dem Verluste dieser Herrlich keit," und anderswo: ,, Mehr wird der Verlust des Himmels, als die Quaal der Hölle, quälen." Die Verdammten wissen zu ihrer Quaal, welche namenlose Seligkeit die Anschauung Gottes den Seligen bereitet, und das macht, daß der Verlust dieses unendlichen Gutes fie mehr schmerzt, als die übrige Quaal der Hölle. Wie groß ist demnach die Strafe einer Seele, welche in diesen Ort des Schreckens geráth?
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IV. Punkt. Ewige Dauer dieser Strafen. Was dann alles bisher Erwähnte noch an Schrecklichkeit übertrifft, ist die ewige Dauer dieser Strafe. Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen, und die Dauer der Strafe ist noch um Nichts verkürzt. Was ewig dauert, hört nicht auf. Die Verdammten gehen, sagt der göttliche Heiland, ,, in das ewige Feuer;" ihr Wurm stirbt nicht, und ihr Feuer erlischt nicht. Es ist dieses schrecklich, aber dennoch wahr. Denn hätten wir nicht die klaren Worte der heil. Schrift, welche es uns lehrten, so müßten wir es schon mit unserer bloßen Vernunft erfennen. Schließt die Sünde als die Beleidigung der unendlichen Majestät Gottes vom Menschen als einem endlichen Wesen eine unendliche Schuld ein, so gebührt ihr auch, nach der Strenge des Rechtes, eine unendliche Strafe, und Gott, dessen Barmherzigkeit nie seiner Gerechtigkeit widerspricht, muß sie fordern. Wie fann aber die Strafe an endlichen Wesen, eben ihrer Endlichkeit wegen, eine unendliche sein, als einzig in ihrer Dauer?
Gemüthsbewegungen zu dieser Betrachtung.


