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Kreuze abgenommen, und in den Schooß seiner jungfräulichen, von Schmerzen zerrissenen Mutter gelegt.
Ach, Mutter Maria! wie haben meine und meiner Mitbrüder Sünden deinen Sohn zugerichtet, wir sind die Mörder deines geliebtesten Kindes. Seine Augen sind
jetzt erstarret, seine Ohren sind taub, seine Zunge, die uns die Botschaft des ewigen Heils verkündete, die so viele mit einem Worte gesund machte, ist stumm! Seine Hände find falt so grausam durchbohrt rissen- ganz mit geftocktem Blut bedeckt! Sein holdes Angesicht ist unfenntlich verunstaltet, verspien blutig, ver
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schwollen! Ach die Dornen tief in das unschuldige Haupt eingedrückt, sein Rücken ganz zerfleischt von den Geißelhieben; die tiefe Wunde auf der Schulter, welche das Kreuz ihm aufwühlte, die zerriffenen Füße, welche unsere Schritte so schmerzlich büßen mußte. Gott allein weiß, was du hier leideft! Wie oft hätte der Schmerz dich getödtet, wenn nicht Gott dich auf eine wunderbare Weise erhalten hätte!
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Ich bitte dich, o betrübte Mutter! flöße mir eine wahre Reue über meine Sünden
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