Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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Erster Teil. Für Gesunde.

haben empfangen 2) die Gerechtigkeit Jesu Christi; alles, was Jesus durch sein Leiden und Sterben erworben hat, das ist uns in der heiligen Taufe geschenkt und zu eigen gegeben worden. Ja, wir sind in ihn ge­pflanzet, er ist der Weinstock, wir sind die Reben, durch ihn erlangen wir neue Stärke zum Guten, Licht, Weisheit und Gnade. 3) Uns ist erteilt die Einwohnung des heiligen Geistes, der will in uns wohnen, unser Herz heiligen, unsere Zunge und Mund regieren; unser ganzes Leben nach dem Wort und Willen Gottes einrichten. Durch solche einwohnende Kraft des heiligen Geistes werden wir von dem Bösen mehr und mehr abgezogen, und wir wachsen im Glauben, Frömmigkeit, Gottesfurcht, wie ein neugebornes Kind an Kräften und Jahren. 4) Wir erlangen auch die ewige Seligkeit, daß wir nach diesem Leben an der ewigen Freude und Seligkeit sollen teil haben. Wer dieses erwägt, der muß sich billig und herzlich in Gott erfreuen. Aber er sehe sich auch vor, 1) daß er die empfangene Gnade nicht wieder verliere, 2) daß er würdig wandele in seinem Beruf, 3) daß er die Welt nicht wieder lieb gewinne, oder mit Unwiedergebornen und Weltkindern vorsäßlich sündige und sich ihnen nicht gleich stelle, 4) daß er seinem himmlischen Vater gehorsam sei, wie die lieben Kinder; daß er dem Herrn Jesu nachfolge, und des heiligen Geistes Trieb nicht widerstrebe. So ist er gewiß, daß er des dreieinigen Gottes Liebe, Gnade, Hülfe und Beistand wird genießen, hier in der Zeit, und auch dort in Ewigkeit.

Gebet.

Großer Gott und liebster Vater! wie kann ich genug­sam deine Liebe erkennen, loben und preisen, daß du dich meiner Seele so herzlich angenommen hast, daß sie nicht verdürbe! O welche Herrlichkeit hast du mir in der hei­ligen Taufe mitgeteilt, daß du mich zu deinem Kinde angenommen hast. Rühmen Menschen ihre Glückselig­feit, die sie erlangen durch ihre hohe Geburt, durch Besizung hoher Ehrenstellen, großen Reichtum, an­sehnliche Güter; siehe, so achte ich meine Glückseligkeit viel größer, nämlich diese, daß ich dein Kind bin, denn sind wir Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, damit wir mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Bin ich ein Kind Gottes, so wird mich mein himmlischer