Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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Erster Teil. Für Gesunde.

5. Von den hohen Ehrenauen, Darauf dir's nach Wunsche geht, Sollst du in die Tiefe schauen; Und wenn da ein Armer steht: Denk, so bin ich auch gestanden In dergleichen Trübsalsbanden; Denk im Glück und Herrlichkeit Auch an die vergangne Zeit.

6. Diese seligen Gedanken Halten dich zu aller Zeit In den wahren Demutsschranken, Führen dich zur Frömmigkeit, Daß du nimmer dich erhebest, Vielmehr Gott die Ehre gebest. Bleib in deinen Augen klein, So wird Gott dir gnädig sein.

Morgengebet am Dienstag.

Wache auf, der du schläfft, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. O du barm­herziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist, ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum gesund haft lassen von meinem Lager aufstehen, und meinen Leib vor Schaden und meine Seele vor Sünden bewahret hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten. deiner Flügel trauen und unter denselben so mächtig bewahrt werden. Ich schaue nach der Finsternis wie­derum das Sonnenlicht; gieb mir Gnade, daß ich diesen ganzen Tag in deinem Lichte wandele, und alle Werke der Finsternis fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt gedient, und meinen Mund, Glieder und Sinnen nach der Welt Gewohnheiten und Thorheiten gerichtet habe, wovon ich dereinst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfere mich hingegen dir ganz zu deinem Dienst auf mit Leib und Seele; laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und denken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir möge geheiligt sein. Ja, laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als dein Kind in deinen Armen gelegen, nun wieder von neuem lebe, so weiß ich nirgends hin, als zu dir; ich klopfe an deine Gnadenthüre, ich wende mich wieder zu der Segens­