Abendgebet am Montag.
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wenn ihn nun Gott einen Tag hat erleben und den Abend erreichen lassen. Es ist zu beklagen, daß viele Menschen Tage, Wochen, Monate, ja ganze Jahre hinbringen, und nicht erkennen, was Gott an ihnen gethan; sie genießen des göttlichen Schutzes, Beistandes, Hülfe, und danken ihm nicht einmal dafür; meinen, es müßte so sein, sie müßten gesund, glücklich und im Wohlsein ihre Zeit hinbringen; Gott müßte also sie erhalten und es ihnen lassen wohlergehen. Darum, o gläubiger Christ, sondere dich ab von solchen undankbaren Seelen; hast du den Tag unter dem Schutz und Beistande Gottes glücklich zurückgelegt, fängt die Sonne an unterzugehen, und will nunmehr Abend werden, so hebe deine Augen auf gen Himmel mit Danken und Beten. 1) Danke Gott, daß er den Tag über dich vor Unglück bewahret, und denke, wie viel Menschen vielleicht den Tag, an dem dich kein Leiden berührt, in das größte Unglück gekommen, ihre Gesundheit verloren, des Abends krank und in großen Schmerzen auf ihr Bett gelegt worden sind, da sie am Morgen noch frisch und gesund waren; ja wie viele sind in einem Tage arm geworden durch Feuer und Unglück, die am Morgen noch nichts davon wußten. 2) Bitte Gott um Vergebung deiner Sünden; untersuche deine Reden und deine Thaten; hast du den Tag über etwas geredet wider Gott und den Nächsten; hast du etwas vollbracht, das wider dein Gewissen und Christentum ift, o! alsdann auf, und bitte es Gott ab, ehe du schlafen gehst. 3) Gedenke, vielleicht ist diese Nacht deine letzte, vielleicht wird in dieser Nacht Gott deine Seele von dir fordern, o darum mache Frieden mit deinem Gott, ehe du die Augen schließest. 4) Bitte Gott um Schutz und seiner heiligen Engel Wacht, daß sie alles Unglück von dir abtreiben. 5) Auch in der Nacht selbst, wenn du etwa vom Schlaf erwachst, so denke an Gott, danke ihm, so schläfst du in seinen Armen und unter der heiligen Engel Schußz sanft und selig.
Abendgebet am Montag.
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du, Herr, hilfft mir, daß ich sicher wohne. O, du ewiger und allmächtiger Gott! dieses sind meine Abendgedanken, da ich mich zur Ruhe begeben will. O wie soll ich dir genugsam danken, daß du mich aus- und einbegleitet haft, daß ich meinen Fuß an keinen Stein gestoßen, du hast mich gespeiset und getränft, du hast mich getröstet und erquickt, dein Aufsehen hat meinen Odem bewahret, und durch dich und deine Gnade stehe ich noch bis auf


