Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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Erster Teil. Für Gesunde.

6. Laßt uns den Tag hinbringen Mit Loben, Beten, Singen, In Glaub' und Liebe stehen Und keine Sünd' begehen.

7. Erheben sich die Glieder, D Gott, so kommt auch wieder Die Unruh', Kreuz und Sorgen Schon an dem frühen Morgen.

8. Ach! hilf mir alles tragen, Wend ab des Kreuzes Plagen, Und laß nach Angst und Weinen Die Freudensonne scheinen.

9. Leit mich auf guten Wegen Und gieb mir deinen Segen, Und daß ich, wo ich gehe, Dich stets vor Augen sehe.

10. Du wollst mein Herz regieren, Mit Gottesfurcht auszieren, Daß ich mich dir ergebe, Und dir zu Ehren lebe.

11. Ach Gott, erhör mein Flehen, Und laß die Bitt' geschehen, So will ich deinen Namen Von Herzen preisen. Amen.

Der gläubige Christ bringt den Sonntag andächtig hin. Anfmunterung.

Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth. Meine Seele ver­langt und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn, mein Leib und Seele freut sich in dem lebendigen Gott. Ps. 84, 2. 3.

Unter andern herrlichen Wohlthaten, welche Gott dem Menschen er­wiesen, ist auch diese, daß er ihm einen Ruhetag in der Woche bestimmt hat, darin er von allen Arbeiten, Lasten und Bemühungen soll befreit fein, ja er hat auf diesen Tag auch einen besonderen Segen gelegt, welches Segens die werden teilhaftig werden, die ihn andächtig hin­bringen. Ist es nun eine Wohlthat, so soll ein wahrer Christ sich hüten, 1) daß er den Tag nicht mit Faulheit und Müßiggang zurücklege; denn so feiern Pferde und Ochsen und andere Lasttiere den Sonntag. 2) Er soll sich hüten, daß er den Tag nicht anwende zu Fressen, Saufen und Üppigkeit; denn was alle Tage Sünde ist, das ist des Sonntags doppelt Sünde. 3) Soll er sich hüten, daß er nicht den Sonntag mit Arbeit entheilige, mit irdischen Geschäften, als spazieren fahren, Schulden ein­treiben, Rechnungen durchgehen, Arbeitsleute bestellen; denn alle der­gleichen Bemühungen zerstreuen das Gemüt. Hierzu ist zu rechnen, wenn man des Sonntags gerne Gastereien anstellt, zu Gaste geht, oder spielt, tanzt und luftige Gesellschaften sucht; dies alles verhindert die Seele an ihrer Erbauung, an der Ruhe in Gott, an dem Wachstum im Christen­tum, und ist ganz wider den Endzweck des Sabbaths, und die solches thun, sind auch keine rechten Kinder Gottes, sondern Maul- Christen, welchen, wie sie sagen, kein Tag so lang wird, als der Sonntag. Ein wahrer Christ weiß den Sonntag besser anzuwenden zur Ehre Gottes und seiner Seele Bestem. 1) Zur Ehre Gottes: mit Beten, Loben,