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Erster Teil. Für Gesunde.
Liebe stehen, von ihm reden, an ihn denken und mit Wissen und Willen ihn nicht beleidigen mögest, und alsdann zweifle nicht, der Herr wird dein Seufzen und Gebet in Gnaden erhören, und den Tag über dir dasjenige geben und verleihen, was dir an Leib und Seele wird nützlich und selig sein.
Morgengebet am Sonntag.
Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken. Allmächtiger, gnädiger Gott! du bist würdig zu nehmen Preis, Ruhm und Ehre, wer sollte dich nicht fürchten, du König der Heiden; wer sollte dich nicht ehren, o liebreicher Vater! Ich komme in dieser Frühstunde zu dir mit demütigem Dank, daß du diese Nacht eine Wagenburg um mich und die Meinigen geschlagen, und deine Güte und Treue wiederum an mir hast neu werden lassen. Begleite und schüße mich auch heute auf allen meinen Wegen. Laß diesen Tag sonderlich ein Erbauungs- und Erquickungstag für meine Seele sein. Du hast nach deiner erbarmenden Liebe diesen Tag von leiblicher Arbeit frei gemacht, daß du dein Werk in mir haben mögest. O, darum erleuchte, heilige und lehre meine Seele, daß ich Schäßze möge sammeln, welche mich in Not und Tod, in Kreuz und Leiden erquicken können, welche weder Motten noch Rost fressen, da die Diebe nicht nach graben oder stehlen. Ich freue mich des, das mir geredet ist, daß wir werden hinauf in das Haus des Herrn gehen, und meine Füße stehen sollen in deinen Thoren, Jerusalem. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste und seinen Tempel zu besuchen. Mein Gott, das soll heute meine Lust sein, dein Wort zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zu Ehren Lob- und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten und mein Herz dir zu schenken. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!


