Berufs- und Standesgebete.
70
nicht begehre, auf daß ich nicht falle in Versuchung und Stricke und viel thörichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammniß. Gieb, daß ich mir genügen lasse und vielmehr das gegenwärtige Gut brauche, als nach anderm gedenke.Regiere mich, daß ich mir zuvörderst Schäße im Himmel jammle, und am ersten nach deinem Reich und seiner Gerechtigkeit trachte, auf daß mir nichts mangele. an irgend einem Gut, in Chrifto JEsu. Amen. Gebet eines Künstlers
oder Handwerkers.
und Ungerechtigkeit, daß ich nicht unbilligen Lohn fordere, sondern recht hardele und deines Segens mich tröste. Lenke auch reichen und vornehmen Leuten ihre Herzen, und laß mich Gnade finden bei ihnen, daß sie sich meiner Armuth annehmen, darüber erbarmen und mir Gutes thun. HErr, gerne will ich mich nähren von meiner Hände Arbeit und in deiner Furcht wandeln. Segnes du mich, mein GOtt, wie du in deinem Wort verheißen hast und gieb, daß ich nach der schweren Arbeit dieses kümmerlichen Lebens eingehen möge zu deiner himmlischen Ruhe durch JEsum Christum, deinen lieben Sohn. Amen.
Ewiger, barmherziger GOtt, allweiser Vater, ich weiß, daß alle gute Gaben und alle Kraft und Wissenschaft zu arbeiten, allein von dir kommt und daß
Gebet eines Banern oder Ackermannes.
ich auch ohne deinen Segen mit Gott Erden, bu willſt, daß wir
Ott, Schöpfer und
der
meiner Arbeit nichts ausrichten werde, wenn ich gleich früh auf stehe, mich spät niederlege und mein Brod mit Sorgen essen würde. An deinem Segen ist alles gelegen, der machet reich ohne Mühe. Darum bitte ich dich, mein GOtt, segne auch meine Arbeit, verleihe mir Gesundheit und ein genügsames Herz, daß ich vorlieb nehme mit meinem bescheidenen Theil und wisse, daß das Wenige, das ein Gerechter hat, besser sei, denn das große Gut vieler Gottlofen, und daß es dir leicht sei, einen Armen, so du willst, reich zu machen. Erleuchte und regiere mein Herz, daß ich mich des Glaubens und der wahren Gottfeligkeit befleißige, den Reichen ihr Gut nicht mißgönne, vor Aufwiegelung, Untreue und Diebstahl mich hüte, daß ich andern treulich diene und arbeite, mich demüthig halte und befleißige, reich zu werden an guten Werken. Behüte mich vor Geiz
das Land bauen und uns von un= ferer Handarbeit nähren sollen, auf daß wir durch deinen Segen unser Brod und Nahrung davon haben, so lange wir leben. Mache du unser Land fruchtbar und wachsend, daß es Samen zur Saat und Brot zu essen gebe. Gieb gut Wetter, straf' uns nicht mit Feuer, Hagel, Dürre, Nässe, Unrath und Unfruchtbarkeit. Behüte mich, mein Weib, Kinder, Gesinde, Haus und Hof, und hilf, daß ich mich nach deinem Befehl ehrlich nähre, ohne Vortheil und Betrug handele und meine Sache so verrichte, daß ich Niemand Unrecht thue; damit ich mit allen den Meinigen deinen milden Segen erlangen, zu essen habe und keinen Mangel spüre, durch JEsum Christum. Amen. Gebet eines Unterthanen
für seine Obrigkeit. HErr, allmächtiger GOtt, der du alle Obrigkeit eingesetet


