Berufs- und Standesgebete.
67
Hor
rung. Err GOtt, himmlischer Vater! der du bist mein Leben! mein Leib und Seel', mein Hab und Gut, und alles, was da mein ist, das hast du mir gegeben, von dir habe ich's empfangen, richte und ordne du, o lieber GOtt! alles in meinem Hauswesen, Stand, Thun und Leben nach
Gebet um zeitliche Nah-| das Gedeihen dazu. Thue deine mildeHand auf, speise und ernähre mich, daß ich mein täglich Brod aus deiner mildenhand mit Danksagung empfange, aller Sorge und Geizes nrüßig gehen und dir, mildreicher GOtt, in aller Dürftigkeit mit starkem Glauben find= lich vertrauen möge, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Gebet um das tägliche
fürchten, er gedentet ewiglich an seinen Bund. Psalm 111, v. 5. Wirf dein Anliegen auf den HErrn, der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewig in Unruhe lassen. Pfalm 55, v. 23.
deinem göttlichen Willen, dir zumnenja Brod.ru Lobe, mir, den Meinigen und Er giebt Speise denen, so ihn jedermänniglich zu Nuß. Segne alles, was ich habe, mache fruchtbar und reich alles, was zur leiblichen Nothdurft gehöret und dadurch ich meinen Unterhalt haben soll; denn wenn du giebest, so sammeln wir und wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Amen. Gebet um Glück und Segen zur Haushaltung. Dein Lebelang habe GOtt vor Augen und im Herzen und hüte dich, daß du in feine Sünde wil ligest, noch thuest wider GOttes Gebot.
Trachtet am ersten nach dem Reich GOttes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles zufallen, spricht Christus. Matth. 6, v. 33.
Von deinen Gütern hilf den Armen und wende dich nicht vom Ar= men, so wird dich GOtt wieder gnädig ansehen. Tob. 4, v. 6, 7.
immlischer Vater, ewiger, gü
dem du mich durch deinen Segen in den häuslichen Stand gefeßet, danke ich dir dafür von Herzen und weil ich mich darin durch meine Hand und Berufsarbeit christlich nähren will, wozu ich zuvörderst deines Segens bedarf, so bitte ich dich um deines allerliebsten Sohnes JEsu Christi willen, du wollest mir in mei nem Beruf väterlich beistehen und mir gnädiges Auskommen verleihen. Ich will thun, was du mir in meinem Beruf befoh: len und auferlegt hast, gieb du
wiger, allmächtiger GOtt, du reicher, milder Vater, weil ich armer Mensch nichts mit in die Welt gebracht habe, sondern nackend und bloß, arm und elend geboren, gleichwohl aber des Aufenthalts meines vergänglichen Lebens und der Nahrung meines schwachen Leibes benöthigt bin, so trete ich vor den Tisch deiner
Grunde meines Herzens, du wollest nicht ansehen mein Verdienst, sonst bin ich keines Bissen Brodes, auch nicht eines Tröpflein Wassers werth! sondern deine Augen abwenden von meinen Sünden, mich in meiner Dürftigkeit und Armuth gnädiglich anschauen und dich über mein großes Elend väterlich erbarmen. O mein GOtt und Vater, dein Gut ist's, das du mir giebest, von deinem gnädigen Thron fället herab das liebe Brot, so ich täg= lich esse aus der lebendigen
Quelle,
Lare


