60
Gebet vor dem heiligen Abendmahl. keln, dich mit Myrrhen des zer- ein Herz, das leer ist von allen brochenen Herzens und Geistes wahren, gründlichen Tugenden; falben sollte! Das Himmelbrod erfülle es mit deiner Gnade, mit mußte in einem goldenen Gefäße deinem Geist, mit deiner Liebe, aufgehoben werden zum Gedächt mit deiner Sanftmuth, mit deiniß in der Lade des Bundes: Ach ner Demuth, mit deiner Geduld. wollte GOtt! ich möchte dich in Ach, du süßes Brod des Lebens! einem ganz reinen Herzen be speise mich im ewigen Leben, daß wahren! Ach mein HErr, du hast mich in Ewigkeit nicht hungere ja selbst gesagt: Die Starken be- und dürfte. In dir habe ich volle dürfen des Arztes nicht, sondern Genüge, du bist mir alles; bleibe die Kranken; ach! ich bin frank, ewig in mir und laß mich ewig ich bedarf deiner als meines in dir bleiben, wie du gesagt haft: himmlischen Seelenarztes. Du Wer mein Fleisch isset und mein haft gesagt: Kommet her zu mir Blut trinket, der bleibet in mir alle, die ihr mühselig und beladen und ich in ihm und ich werde seid! ich will euch erquicken; ach ihn auferwecken am jüngsten HErr, ich komme mit vielen Sün- Tage. Amen. den beladen, nimm sie von mir,
entledige mich dieser großen Bürde; Gebet vor Genießung des
ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache
mich an meiner
ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach JEsu! mein liebster Seelenbräutigam, führe mich von mir ilber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich; denn in dir lebe ich, in mir selber sterbe ich; in dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich eitel Verdammniß. Ach du mein himmlischer Bräutigam! komme zu mir, ich will dich führen in die Kammer meines Herzens, da will ich dich tüssen, auf daß mich Niemand höhne, bringe mir die Süßigkeit deiner Liebe, den Geruch deines feligen ewigen Lebens, den Geschmack deiner Gerechtigkeit, die Schönheit deiner Freundlichkeit, die Lieblichkeit deiner Güte, die Zierde deiner Demuth, die Frucht deiner Barmherzigkeit. Ach mein himmlischer Arzt! ich bringe dir eine todte Seele, mache sie leben dig, eine tranke Seele, heile sie;
heiligen Abendmahls.
racht lien Jout
Süßer JEsu! soll ich nun
und wie freundlich der HErr ist? Ach ich Unwürdiger, woher kommt mir solche Gnade, daß der Sohn meines GOttes zu mir kommt? Ich bin viel zu gering aller solcher Treue und Barmherzigkeit. Ich foll Manna essen und Wasser des Lebens trinken. Das ist der Tisch, welchen du für meine arme Seele bereitet hast. Das ist die Arznei, dadurch mein verletztes Gewissen heil wird. Das ist das Siegel, auf welchem die Versicherung der Erlösung beruhet. Das ist das Pfand, Kraft dessen JEsus der Meinige ist. Das ist die Speise und Trank vom Himmel, die mich himmlisch machen. Gnade über alle Gnade! So komm ich als Sud ein Gast zu dir an deinen Tisch und du als ein Gast kehrest ein in mein Herz. Wie könntest du mir näher kommen, als wenn du meine Speise wirst? Wie könntest du mir süßer sein, als wenn du mir zu einem Trante wirst?


