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Neu eingerichtetes Freiberger Gesangbuch nebst einem Anhang neuer Lieder
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Kirchengebete.

Beschwerden und Gefahren dieses Lebens| Christenthum für ein Nebenwerk, für hindurch sicher zum Besitze der Selig­keit gelangen, die du deinen Kindern im Himmel bereitet hast. Hilf uns Allen dazu, barmherziger Gott! durch unsern Herrn, Jesum Christum! Amen.

eine Sache, die blos in Begriffen und Gebräuchen bestehe, gehalten; so wollen wir sie nun als unsre wichtigste Ange­legenheit behandeln; sie mit allen unsern Geschäften und Vergnügungen verbin­den und uns in allen unsern Worten und Werken nach ihren Vorschriften richten; und das Beispiel Jesu soll die Richtschnur unseres Verhaltens sein. Haben wir uns von dem Stolze ver­blenden lassen, von dem Stolze auf un­sern Verstand, oder auf unsern Reich­thum, oder auf unsre Kräfte, oder auf andre Vorzüge: so wollen wir uns nun stets daran erinnern, was für abhängige, binfällige, fehlerhafte Geschöpfe wir sind; wie bald wir alle unsre Vorzüge verlieren; wie wenig sie uns am Tage des Gerichts helfen können, und wie uns nur das einen wahren Werth giebt, was ewig bleibt. Haben wir dem Neide, dem Hasse, der Rachsucht Raum bei uns gegeben, uns der Ungerechtigkeit gegen unsre Brüder schuldig gemacht, oder sie durch Verleumdungen und üble Nachreden gekränkt: so entsagen wir jetzt diesen unchristlichen Gesinnungen und Thaten. Die Güter, die Ehre, der Ruf, die Glüdseligkeit unsers Nächsten soll uns heilig sein! Wir wollen unsre Herzen der Demuth, ber Sanftmuth, der Friedfertigkeit und der Versöhnlich­feit, der allgemeinen und brüderlichen Liebe öffnen und von Scdermann so urtheilen, und mit Jedermann so handeln, wie es den Vorschriften dieser Liebe ge­mäß ist. Haben wir uns durch sinnliche fleischliche Lüfte erniedriget und unsre Unschuld und unsre Gewissensruhe thie­rischen Bergnügungen aufgeopfert: so wollen wir unser Fleisch sammt seinen Listen und Begierden kreuzigen, stets wachen und stets beten, daß wir nicht wieder in Versuchung fallen, und nach der Herrschaft über uns selbst als nach dem größten Vorzuge und Adel der Menschen streben. Haben wir bisher die Pflichten unsers Standes, unsers Amtes, unsers Berufs versäumt, oder sie nur aus Zwang erfüllt; so sollen sie uns jetzt heilig und ehrwürdig, ihre willige standhafte Erfüllung soll unser Ruhm und unser Vergnügen sein. Ja, Gott! dieß sind die Gesinnungen, die jetzt in

Am Bußtage.

Gott! barmherziger, gütiger Bater! der du uns zur Buße und Besserung rufest, wie könnten wir uns weigern, deinem Rufe zu folgen? Dein Ruf ist Ruf zur Seligkeit. Je mehr wir über unsre Sünden und Fehler nachdenken; je mehr wir die betrüglichen, flüchtigen Vortheile und Vergnügungen eines un­ordentlichen lasterhaften Lebens mit ben verderblichen, immer fortdauernden Fol­gen vergleichen, die es in dieser und in der zukünftigen Welt nach sich zieht; je mehr wir es erwägen, daß an deiner Gnade Alles gelegen ist, und daß dir das Böse nicht anders als mißfallen kann; desto deutlicher sehen wir es ein, daß uns die Sünde elend macht, daß wir nicht frei, nicht zufrieden, nicht glück­lich sein können, so lange wir unter ihrer Herrschaft stehen. Siehe, wir entsagen in deiner Gegenwart allen Sünden und Lastern auf immer. Wir entschließen uns jetzt auf das Feierlichste zur Aenderung und Besserung unseres Sin nes und unseres Wandels. Dich, All­wissender, rufen wir zum Zeugen der Aufrichtigkeit unsrer Entschlüsse an und dich, Höchstgütiger! bitten wir inbrün­stig um Beistand und Kraft zur Er­füllung derselben. Haben wir uns bis­her von Unglauben und Zweifelsucht be­herrschen lassen, so wollen wir jetzt mit Lehrbegierigem Herzen nach der Wahr­heit forschen, alle Mittel zur Erkenntniß derselben treulich gebrauchen und sie, sobald wir sie erkennen, willig anneh­men und allen ihren Vorschriften folgen. Haben wir bisher ein ganz sinnliches, zerstreutes Leben geführt, so wollen wir jetzt einen Theil desselben zum ernsthaf­ten Nachdenken über deinen Willen und unsre Bestimmung, über unsre Sterb­lichkeit und Unsterblichkeit anwenden und die Freude der Unschuld, der treuen Er­füllung der Pflicht, des Wohlthuns und der Andacht kennen zu lernen suchen. Haben wir bisher die Religion und das