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Neu eingerichtetes Freiberger Gesangbuch nebst einem Anhang neuer Lieder
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Kirchengebete.

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Schutze sicher wohnen, durch deinen gnä­digen Beistand glücklich leben, einst voll Trostes und freudiger Hoffnung selig entschlafen und dich vor deinem Throne ewig rühmen und preisen. Amen.

In der Fastenzeit.

Dant, ewiger Dank sei dir, Jesu Christe! der du am Kreuze gestorben bist und uns dieses höchste, beispiellose Muster der uneigennüzigsten Liebe gegeben hast! Dich müssen Himmel und Erde als den loben, der beide mit einander vereinigt hat! Dich müssen Alle, die durch dich zu Gott gekommen sind und noch kom­men, Alle, die des Trostes der Vergebung der Sünden genießen; Alle, die im Leiden getroft und im Tode unverzagt sind, als den größten Beförderer der menschlichen Glück­feligkeit, als den Wiederhersteller der Wahr­heit, der Ordnung und des Friedens in dem Reiche Gottes loben und preisen! Und Dank, ewiger Dank sei dir, dem barmherzigen und unendlich liebenden Gott, daß du diesen Mittler, diesen Er­retter, geschenkt, durch ihn uns kindliche, dankbare, dir gefällige Gesinnungen ge gen dich eingeflößt, uns deiner väterli­chen Huld und Liebe fähig gemacht haft! Ja, wie könnten wir nur daran zwei feln, daß du die Liebe selbst bist! Ge­wiß! du liebest die Menschen mehr als väterlich, du bist geneigt, ihnen Alles zu geben, da du deinen Sohn, deinen Geliebten, für sie in den schmerzlichsten, schimpflichsten Tod dahingegeben haft! Gewiß, mit ihm und durch ihn wirst du uns Alles schenken! Mit welcher Zuversicht können wir nun zu dir, un­serm Vater, uns nahen, bei dir Barnt herzigkeit und Hilfe suchen und finden, wie getroft uns auf den finstersten We­gen des Lebens, in den bängsten Stun­den der Anfechtung, mitten unter allen Schrednissen des Todes, auf dich ver­laffen, der du uns solche Beweise und Versicherungen deiner Gnade und Liebe gegeben hast! Weder Niedrigkeit noch Elend und Unglück, weder Fehler noch Schwachheiten, noch vorsätzlicher Unge­horsam, nur muthwillige Sünden kön­nen unsere Zuversicht zu dir schwächen! Und vor diesem vorsätzlichen Ungehor­fam, dem einzigen wahren Uebel, davor bewahre uns, barmherziger Gott! So

können und werden wir stets mit Freu­digkeit an dich gedenken, uns in deinem Willen und deiner Fürsorge völlig be­ruhigen und unter deiner Aufsicht das Ziel der höchsten ewigen Glückseligkeit gewiß nicht verfehlen. Und haben wir dieses herrliche Ziel erreicht, dann stim­men wir mit viel reinerer und höherer Andachtsfreude in den Gesang der Se­lichkeit mit ein: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme, das für uns ge­opfert ward, sei Lob und Ehr' und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!

Am Charfreitage. Barmherziger Gott, der du deinen Sohn für uns in den Tod dahingege­ben hast, und uns durch ihn glückselig machen willst! laß doch das Ändenken seines Todes uns Allen recht heilsam, ach! laß es nicht auf diese Stunde, nicht auf diesen Tag eingeschränkt sein! Auch unser wartet ber Tod! Freilich nicht der schimpfliche, schmerzliche Tod, welcher unsern Erlöser traf: aber auch der gewöhnliche, selbst der sanfte Tod ist für uns schwache sündige Menschen mit Dunkelheit und Schrecknissen um­geben; und nur dann können wir dieſe Dunkelheit durchdringen und diese Schreck­nisse besiegen, wenn wir uns dem Tode so nähern, wie sich ihm Jesus näherte, und ihn so erdulden, wie er ihn erdul­det hat. Shn überfiel der Tod nicht un­vermuthet, nicht unbereitet. Er hatte deinen Willen gethan, sein Werk voll­bracht, ein frommes gemeinnütziges Le­ben geführt, und auf dieses Leben konnte er nun mit Freudigkeit zurücksehen und sich von demselben die herrlichsten Früchte im Himmel und auf Erden für sich und seine Brüder versprechen. O möchte dieß die Art und Weise sein, wie wir uns Alle zu unserm Tode vorbereiten! Auch uns hast du, o Gott! ein Werk aufge­tragen, das wir hier vollbringen sollen. Ein Jeder von uns hat seinen Beruf, seinen Stand, seine Pflichten, seine Kräfte, seine besonderen Veranlassungen und Gelegenheiten, den Menschen nütz­lich zu werden. Gieb doch, barmherziger Gott! daß wir die von dir angewiesene Stelle in deinem Reiche würdig behaup­ten, unsre Pflichten treulich erfüllen, nie etwas thun, was uns in unsern letzten