Erste Abtheilung.
Morgen- Andacht zur Privat- und öffentlichen Erbauung.
TH
I. Morgengebet für alle Seiten.
Allmächtiger Gott! gütigster Vater! durch deine Gnade habe ich den heutigen Tag erlebt. Sei auch an diesem Tage mein Gott und Vater, wie du es die verflossene Nacht hindurch gewesen bist. Dir danke ich, daß du mich im Schlafe vor jedem Unfalle bewahret hast, und wieder gesund erwachen ließest. Deiner Güte verdanke ich die genossene Ruhe. Ich empfinde neue Kräfte, und erkenne, daß du mir dieselben zu deinem Dienste geschenkt haſt. Deinen Willen zu erfüllen, sei heute und allezeit mein Hauptgeschäft. Dich zu erkennen und zu lieben sei meine einzige Freude. Nie soll ein irdischer Vortheil oder die Befriedigung einer Leidenschaft mich antreiben, das zu thun, was deinem heiligsten Gesetze zuwider ist, oder das zu unterlassen, was Pflicht und Gewissen von mir fordern. Aber wie kurzsichtig, wie unbedachtsam und wie schwach bin ich! Wie oft wähle ich das, was dein Gesetz verbietet, meine Wohlfahrt zerstört, und meinen Mitmenschen Schaden bringt! So erleuchte denn meinen Verstand, o Gott! damit ich einsehe, was deinem heiligsten Willen gemäß ist. Erwärme mein Herz, und unterstütze mich durch höheren Beistand, damit ich das erkannte Gute ausübe, und das thue, was meine Vollkommenheit und meiner Mitmenschen Heil befördert. Laß mich zur rechten Zeit durch die Stimme meines Gewissens vor dem Bösen warnen, und zur Tugend ermuntern. Laß an diesem Tage, der vielleicht der letzte meines Lebens ist, alle meine Gedanken, Worte und Werke auf dich gerichtet und dir geheiligt sein. Laß mich in der Stunde der Versuchung auf dein heiliges Gesetz,


