2
Entzünde mein Herz mit inniger und brünstiger Andacht, damit mein Gebet Dir angenehm sey und gehe nicht an mir vorüber. Erfreue
mein Gemüth mit dem Lichte Deiner Gnade, und reinige meine Lippen, durch das himmlische Feuer Deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es Dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu Dir aufhebe! Erwecke in mir einen heiligen Durst nach Deiner Gnade, und laß mich Deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eigenes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllet.
Ach Herr, der Du die Herzen kennest und prüfest, Du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüther sind, viel beweglicher als die Welle von dem Winde. Befestige selbst meine Seele, und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und her beweget werde. Regiere Du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche Deines Geistes, und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um Dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit Dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und Du Dich mir offenbareſt. Erneue Herz, Sinn und Gemüth, und entferne durch Deine Gnade Alles, was die Liebe zu Dir hindert, jegliche Neigung des sündlichen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüth eine Wohnung Deines heiligen Geistes seyn, daß ich Dich anrufe, Dich lobe und Dir danke, und


