342
Historia vom Leiden Christi.
verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei, darum will ich ihn züchtigen und los geben.
Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volk einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührischen war in's Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk gieng hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Jhr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern, welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe; Barrabam oder JEsum, den König der Juden, den man nennet Christum. Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Nichtstuhl saß,


