Worte des HErrn an Solche, denen es an der rechten Buße fehlt. 19
Verbrechen sich der Hinrichtung vielfach schuldig gemacht hat, wie darf er erwarten, daß der König ihm das Leben schenke, ja selbst aus den Fesseln seines Kerkers ihn loslasse und noch dazu ihm Haus und Güter, ja Amt und Würde verleihe und gar in sein königliches Schloß ihn zur Tafel ziehe. Welcher Verbrecher wäre so kühn, das zu hoffen, selbst wenn er die ernstlichste Buße thäte! Was bei Menschen unmöglich ist, das thut der König Himmels und der Erde. Menschen, die durch zahllose Abweichungen sich seines Zor= nes und zeitlicher und ewiger Strafen schuldig gemacht haben, läßt er los aus dem Kerker, in dem sie des schrecklichen, aber vielfach verdienten Gerichtes mit Furcht und Zittern warten müßten, und nicht blos läßt er sie los, er beschenkt sie sogar mit den reichen Gütern seines Hauses, ja er ladet sie ein zu seinem Mahl und läßt sie dazu kommen, so oft sie wollen, und verheißt ihnen, daß sie einst ewig bei ihm in seiner himmlischen Stadt, in seiner Alles überstrahlenden Herrlichkeit seyn sollen. Wo ist ein König, wo ein Vater, wo eine Liebe wie diese Liebe? Wohl könnte ein Mensch denken: ist das möglich, und wenn es bei Anderen möglich ist, ist es auch bei mir möglich? Zur Stärkung unseres Glaubens wollen wir daher noch Beispiele uns vorhalten, die uns laut bezeugen, daß die so freundlich einladenden Worte unseres GOttes vollkommen wahr sind und auch den Geringsten gelten, wenn sie nur das Kleid anziehen, das der König selbst ihnen mittheilen will. Daher hören wir
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