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Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Kranke / mit einer Vorrede von Dr. D. Bonifaz von Haneberg, Abt. Mit Gutheißung des Hochw. Erzbischöfl. Ordinariates München-Freising
Entstehung
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Regeln für Sterbende. Sin

Naht die Todesstunde, so nehme der Kranke öfter als bisher, das Crucifir zur Hand, betrachte es mitleidig und küsse es mit großer Innigkeit! isdes

mbi Man geſtatte nicht, daß viele Personen sich im Zimmer des Kranken aufhalten. Die Besuchenden mögen in einem andern Zimmer für ihn inständig beten. Namentlich halte man solche Personen durchaus ferne, welche durch ihre Ge­genwart den Sterbenden beunruhigen oder ihm Versuchungen bereiten könnten, z. B. solche, mit welchen er früber ein unerlaubtes Verhältniß pflog, auf gespanntem Fuße lebte u.s. w. Die Hölle bietet alles auf, eine abscheidende Seele zu verderben. Td

Man sørge, daß der Sterbende die Generalabsolution erhalte. Auch ist zu empfehlen, daß sich derselbe hin und wieder die sakramentale Lossprechung von schon gebeichteten Sünden erbitte. Angesichts des Gerichts und der Ewigkeit erscheinen längst gebeichtete Sünden viel schwerer, wie früher. Sie werden jetzt intensiver bereut. Die Gnade des heiligen Sakramentes dringt deßwegen in die tiefsten Falten der Seele und reinigt sie mehr und mehr von ihren Misse­thaten( den Resten der Sünde, Begierlichkeit, Geistesblind­heit, Willensschwäche, zeitlichen Strafen). Hat der Sterbende, von Satan geblendet, bis zum letzten Augenblicke schwere Sünden verschwiegen, so scheue er sich nicht, wenigstens jetzt noch im Bekenntnisse Nettung zu suchen und könnte es auch nur durch Zeichen mittelst der Finger geschehen. Man be­sprenge den Sterbenden zuweilen mit Weihwasser und er­bitte ihm dabei den Schutz des Allmächtigen.

Kann der Sterbende ohne Schmerz nicht einmal einen lauten Ton ertragen, so begnüge man sich, ihm von Zeit zu Zeit eine fromme Anmuthung zuzuflüstern, oder stille einen Sterbesegen über ihn zu beten, und befleißige sich, ihm die Gnade eines guten Todes zu erflehen.