Druckschrift 
Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Kranke / mit einer Vorrede von Dr. D. Bonifaz von Haneberg, Abt. Mit Gutheißung des Hochw. Erzbischöfl. Ordinariates München-Freising
Entstehung
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dich auf die rechte Weise zu trösten und du verlierst dabei den inneren Halt. Viel reden, besonders mit weltlich ge sinnten Menschen, geht überdies meist nicht ohne Sünde ab und entfernt dich von Gott, der Quelle alles Trostes.. Auch verminderst du durch unnöthiges Schaustellen deiner Leiden die Schönheit und Verdienstlichkeit deines gotterge­benen Duldens. Sollte aber öftere Zerstreuung als Mittel gegen krankhafte Schwermuth oder Versuchungen nothwendig sein, so wähle dazu Personen, die dich nicht nur erheitern, sondern auch gleichzeitig erbauen. Klage dem Vater im Himmel mit demüthigem und vertrauendem Kindessinne deine Schmerzen, Sorgen und Betrübnisse! Er wird dein gebeugtes Herz jedesmal wunderbar erleuchten, stärken, aufrichten und trösten. Klagst du ihm allein deine Noth, so thust du seinem Vaterherzen heilige Gewalt an. Er, der beste Tröster, kann dich nicht ohne Trost lassen. Wenn ferner schon der Umgang mit guten Menschen veredelt: wie erhebend und heiligend muß der fleißige und innige Liebesverkehr mit dem großen Gotte sein. Nie ist der Mensch größer, als wenn er mit Gott redet. Folgst du endlich in stiller Ergebenheit deinem Heilande auf dem Wege des Kreuzes nach, so schaut der ganze Himmel bewundernd auf dich herab und wartet deiner eine Krone von ungeahnter Herrlichkeit. Sorge dafür, daß das Bildniß des Gekreuzigten sich an einem Orte befinde, wo du es immer sehen kannst und blicke oft zu Jesus auf, der an Leib und Seele alles gelitten, was ein Mensch leiden kann, nur in einem unendlich höheren Grade, und der die Leiden aller Menschen, auch die deinen, vorhersah, und in seinem mitleidigen Herzen mitfühlte! O wie gerne hat er für dich gelitten! Auch ein Bildniß Mariä sei in der Nähe! So oft du es andächtig betrachtest, sendet Maria dir Trost aus ihrem süßesten Mutterherzen.

Im Gebete findest du Kraft und Stärke zur Ertra­gung aller Leiden und Ueberwindung aller Versuchungen. Bist du aber zu schwach, um ohne Nachtheil anhaltender beten