Druckschrift 
Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Kranke / mit einer Vorrede von Dr. D. Bonifaz von Haneberg, Abt. Mit Gutheißung des Hochw. Erzbischöfl. Ordinariates München-Freising
Entstehung
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zeihe aus ganzem Herzen und zeige dich versöhnlich! Scheide nicht, soviel an dir liegt mit einer Feindschaft aus dieser Welt! Mache möglichst bald ein Testament! Hast du über deine irdischen Güter für den Fall deines Ablebens die nöthigen Bestimmungen getroffen, so wirst du ohne zeitliche Sorgen in die Zukunft blicken und dich ausschließlich mit Gott und deinem Seelenheile beschäftigen können.

Wenn du dich durch ein Testament freiwillig und aus christlicher Liebe zu Gunsten anderer deiner irdischen Güter begibst, so übst du einen großmüthigen Akt der Armuth und der christ­lichen Barmherzigkeit und erwirbst dir einen reichen Schatz im Himmel. Dieses große Verdienst verlierst du aber, wenn du es dem Tode überläßt, dir deine zeitlichen Güter abzu­nehmen und an andere zu übertragen.

Im Testamente erfülle die Forderungen der Gerechtigkeit und christlichen Nächstenliebe! Die Gerechtigkeit verlangt, daß du den rechtmäßigen Erben lasfest, was nach Gesetz und Gebrauch ihnen gebührt. Was das lebrige betrifft, so hüte dich, die einen vor den andern zu bevorbezugen und so tödtliche Feindschaften zu säen! Den Dienstboten, welche dir viele Jahre treu gedient haben, bestimme außer dem Lohne ein entsprechendes Geschenk!

Die christliche Nächstenliebe fordert, wenn und soweit die Vermögensumstände es gestatten, Legate an Arme, Wittwen, und Waisen, Wohlthätigkeitsanstalten u. s. f. zu machen, damit du den Segen der Armuth empfangest, von welchem die Schrift sagt, daß er den Zorn Gottes auslösche. Ist es billig, den Freunden, die dir körperliche und geistige Hilfe leisieten, Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu geben, wie viel mehr hast du Jesum Christum, den besten Freund, der sein Leben für dich hingab, dir seinen Leib und sein Blut im heiligsten Sakramente hinterließ, und dich zum Universalerben seiner unendlichen Verdienste einsetzte, in den Armen und Kranken zu bedenken. Vergiß Jesum Christum nicht in deinem Testamente", ermahnt der heil. Chrysostomus. Machest du ihn zum Miterben deiner Kinder, so wird