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Vorwort
Dieses Buch ist theils für die Kranken, theils für ihre Freunde, Pfleger und Besucher zusammengestellt worden. In vielen Fällen scheint die Krankheit nur dazu bestimmt zu seyn, in ein allzu geschäftiges Leben einen heilsamen Stillstand einzuführen. Mancher vergäße seine Seele und seine Bestimmung für den Himmel, wenn ihn nicht einmal ein Unwohlsein, das möglicherweise gefährlich werden könnte, nöthigte, einige Wochen lang das Bett zu hüten. Da gibt es stille Stunden; da tritt der Gedanke heran: Wie wäre es, wenn diese Krankheit zu einer ernstlichen Gefahr würde? Wäre bei mir alles so in Ordnung, wie ich es wünschte, wenn ich auf ewig von diesem Leben Abschied nehmen müßte? Aehnliche ernste Gedanken haben in vielen Menschen eine heilsame Aenderung hervorgebracht. Die Krankheit, welche zu solchen Gedanken Veranlassung gab, wurde ein Mittel der geistigen Gesundheit; sie wurde ein Merkstein im Leben und bezeichnet den Zeitpunkt, von wo an man erst recht zu leben verstand. Das Krankenbuch soll und will durch verschiedene Anregungen zu einem solchen glücklichen Umschwung beitragen, wo er nöthig ist. Jenen Kranken aber, die längst ihr Leben in Ordnung gebracht haben, will es dienen, um die Zeit der Prüfung tröstlich und verdienstlich zuzubringen. Wer mit frommem Sinne sich auf das Krankenlager legt, kann dort noch frömmer werden; wer in der Erkenntniß Gottes und seiner selbst bereits weit vorangekommen war, kann durch die Krankheit zur Vollkommenheit voranschreiten. Dazu sind langwierige, aber schmerzlose Krankheiten ganz geeignet. Doch die Einsamkeit, in die Kranke dieser Art häufig eintreten, macht nicht an und für sich besser. Da zeigt nicht nur das Gute, was man bereits errungen hat, sondern auch das Böse, wozu in jeder menschlichen Natur die Anlage da ist, seine Keimkraft. Das Gebet und die Betrachtung muß die schlimmen Re


