Gebetlieder.
der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann.
11. Drum sieht mein Auge stets nach dir, und trägt dir mein Begehren für. Ach laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen ruhn.
12. Bedarf ich dein, so wende nicht von mir dein Aug und Angesicht; laß deiner Antwort Gegenschein mit meinem Beten stimmen ein.
13. Die Welt ist falsch, dee bist mein Freund, ders treulich und von Herzen meint. Der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzensgrund.
14. Zerreiß die Netz, heb auf die Strick, und brich des Feindes List und Tück, und wenn mein Unglück ist vorbei, so gib, daß ich auch dankbar sey.
15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn. Gib mir die Einfalt, die dich ehrt, und lieber duldet als beschwert.
16. Regier und führe mich zu dir, auch andere Christen neben mir, nimm, was dir mißfällt, von uns hin, gib neue Herzen, neuen Sinn.
17. Wasch ab all unsre Sünden rein, erlös aus aller Angst und Pein, und führ uns bald an deiner Hand ins ewge, selge Vaterland.
Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676.
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uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes.
Mel. Allein Gott in der Höh zc.
35* O Bater, unser Gott, es ist unmöglich auszugründen, wie du recht anzurufen bist, Vernunft kanns gar nicht finden. Deßhalben gieß, wie du verheißst, selbst über
2. Daß er mit Seufzen kräftiglich uns mög bei dir vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen.
3. Zieh unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen, und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah, und nicht von dir entfernet.
4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gibans des Glaubens Zuversicht, der Vater werd versagen nicht, was wir durch Christum bitten.
5. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was dir ge= fällt, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt mehr und mehr befördert hier und ewig.
6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Thun nicht bauen, laß einzig deiner großen Güt uns ganz und gar vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, so wollest du aus Gnad allein die Bitt uns doch gewähren!
7. Du Vater weißt, was uns ge= bricht, weil wir noch sind im Leben, es ist dir auch verborgen nicht, in was für G'fahr wir schweben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder.
8. Wir haben ja die Freudigkeit


