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Neues Gesangbuch zum Gebrauch der evangelisch lutherischen Gemeinden in der Grafschaft Hanau
Entstehung
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Gebet vor der Communion­

Mit Demuth und herzicher Reue über meine Sünde werf ich mich vor deinem Throne nieder, du gerechter und majestätischer Richter der Menschen! Ich bekenne dir meine Missethat, die dir nicht verborgen ist, daß ich leider! deine Gebote mannichfaltig übertreten habe, und in Gedanken, Worten und Werken dir nicht so gehorsam gewesen bin, als ich hätte sein sollen, und als ich hätte sein können. Ach vergib mirs doch, mein Gott! und gehe nicht mit mir nach deiner Gerechtigkeit ins Gericht. Wenn du mir wolltest meine Sünde zurechnen, so könnte ich nicht vor dir bestehen, sondern müßte von dir mit Schmach und Schande verworfen werden. Es ist mir herzlich leid, o mein Gott! daß ich dich in so manchen Fällen nicht genug geliebt, nicht so kind­lich gefürchtet, dir nicht so sehr vertrauet, und die Mittel der Gnade, die du mir gabst, nicht so dankbar gebraucht habe, als ich hätte thun sollen, um mich vor Sünden zu hüten, und in der Heiligung zu wachsen und zuzunehmen. Es ist mir leid, daß ich auch meinen Nächsten in manchen Fällen nach deinem Befehl nicht so geliebt habe, wie mich selbst. Vergib mir das Alles doch, o bester Vater! um Jesu Christi willen, den du ja auch mir in seinem theuren Versöhnungsblute zum Gnadenthron verordnet hast, daß ich im Glauben an ihn Gnade um Gnade empfangen möge, und Hülfe, da mir Hülse noth ist. Ach, ich nahe mich hungrig und durstig zu den Pfändern seiner Liebe im heiligen Abend­mahl, das er als das Andenken seines Todes zur Vergebung der Sünden gestiftet hat. Bereite mich doch, o Gott, durch deinen Geist, daß ich es möge mit einem Herzen voll Buße und Glaubens zu meiner Beruhigung würdig empfangen, und laß mich dadurch gestärket werden, dir künftig mit einem