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Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
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Der kleine Catechismus Lutheri.

in Gottes Gebot verfaffet und mit Gottes Wort verbunden.

Welches ist denn solches Wort

Gottes? Antwort: Da unser Herr Christus spricht, Matthäi im letzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Heiden, und taufet sie im Namen des Va­ters, und des Sohnes, und des hei­ligen Geistes.

Zum Andern.

Was gibt oder nüßet die Taufe? Antwort:

Sie wirket Vergebung der Sün­den, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten.

Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Antwort:

Da unser Herr Christus spricht, Marci im letzten: Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird

verdammt.

Zum Dritten. Wie kann Wasser solche große

Dinge thun? Antwort: Wasfer thuts freilich nicht, son­dern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glau-| be, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Was­fer und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Ge­burt im heiligen Geist, wie St. Pau­lus sagt zum Tito im dritten Ca­pitel: Durch das Bad der Wieder geburt und Erneuerung des heili­gen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß

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wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist ge­

wißlich wahr.

Zum Vierten. Was bedeutet denn solch Was­fertaufen? Antwort:

Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe.

Wo stehet das geschrieben? Antwort:

Sanct Paulus zu den Römern im sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also fol­len wir auch in einem neuen Leben wandeln.

Das fünfte Hauptstück. Von der Buße, Beicht, Abfolution und Gewalt der Schlüssel.

Was ist die Beicht? Antwort:

Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: eins, daß man die Sünden be­kenne; das andere, daß man die Ab­solution oder Vergebung vom Beich­tiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seyen dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man denn

beichten? Antwort:

Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen.

Welches