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Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
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Der kleine Catechismus Lutheri.

Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lie­ben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen, sondern ihm dasselbige zu behalten, förder­lich und dienstlich seyn.

Das zehnte Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist.

Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lie­ben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gefinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, son­dern dieselben anhalten, daß sie blei­ben und thun, was sie schuldig sind. Was saget Gott von diesen Geboten allen?

Er faget also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünden der Väter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied.

Was ist das? Antwort: Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sol­len wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote hal­ten; darum sollen wir ihn auch lie­ben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten.

Das zweite Hauptstück. Von den drei Hauptarti: keln d. christl. Glaubens.

Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Was ist das? Antwort:

Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, fammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne ge= geben hat, und noch erhält, darzu Kleider u. Schuhe, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Noth­durft und Nahrung des Leibes und Le­bens reichlich und täglich verforget, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret. Und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienst und Wür­digkeit. Das alles ich ihm zu dan­ken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu seyn, schul­dig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel.

Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen einzigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am drit ten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Him­mel, fizend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dan­nen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten.

Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß Jesus Christus. wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahr­haftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sey mein Herr, der

mich verlornen und verdammten

Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom To­de und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuern Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben;