Am 27. Sonntage nach Trinitatis..
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die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren flug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die lugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe, der Bräutigam fommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die tlugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu faufen, tam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich lenne euer nicht. Dar um wachet, denn ihr wisset weber Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.
Epistel, 1. Theff. 5, v. 1- 11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird fommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat teine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, sehd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Jhr sehd allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu befigen, durch unseren Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß wir, wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut.


