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Der große Myrrhengarten des bitteren Leidens / von P. Martin von Cochem. Mit Sorgfalt gejätet mit schönen Passionsblumen aus andern Werken desselben Verfassers und mit wohlriechenden Pflanzen aus dem Garten der Kirche sehr vermehrt, und dem christlichen Volke wieder geöffnet vom Verfasser des "Wie wirds besser?". Mit Genehmigung des Hochw. Bischofs von Paderborn
Entstehung
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Das erste Gärtlein.

Die tägliche Betrachtung.

Wenn du nach dem Morgengebete Zeit hast, so ergib dich eine halbe oder wenigstens eine Viertelstunde dem innerlichen Gebete oder der Betrachtung über die Wahrheiten unserer H. Religion, besonders über das Leben, Leiden und Sterben des Heilandes. Du kannst dir die Punkte der Betrachtung aus dem siebenten Gärt­lein oder aus einem andern Buche nehmen, z. B. dem Thomas von Kempen, Philothea oder andern: indem du sie dir des Abends vorher bemerkest, und gleich beim Auf­stehen ins Gedächtniß zurückrufst. Du kannst aber auch dieſe Punkte wählen aus dem Vater unser, dem englischen Gruß, den Geheimnissen des Rosenkranzes, den 14 Sta­tionen, dem sonntägigen Evangelium, oder sonstige Wahr­heiten der Religion dazu benußen, welche du auswendig weißt. Sieh! wenn du dies einen ganzen Monat hindurch täglich thust, so gewinnst du an einem beliebigen Tage im Monat einen vollkommenen Ablaß, wenn du an dem­selben die h. Sakramente empfängst und nach der Mei­nung der H. Kirche beteft. Beobachtest du dieses das ganze Jahr hindurch, so erhältst du monatlich einen vollkommenen Ablaß nach der Beicht und Kommunion und den Gebeten für die Kirche.

Dieser Ablaß wird auch von denjenigen einmal des Monats gewonnen, welche zu wiederholten Malen Andere in der Art und Weise zu betrachten unterrichten. Wer öfters die h. Sakramente empfängt, erlangt jedesmal, wenn er dies thut und zugleich Andere im Betrachten unterrichtet oder dergleichen Unterweisungen gelehrig an­nimmt, einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen.*)

Die vollkommenen Ablässe können auch den Seelen im Fegfeuer zugeeignet werden. Benedict XIV. den 16. De­cember 1746.

Obgleich die Morgenzeit zum Betrachten die beste iſt, so kann diese doch auch im Verhinderungsfalle den ganzen

*) Das mögen sich besonders die Lehrer, Hausväter und Hausmütter und die Meister merken.