V. Das Zeitalter des Pietismus und der Aufklärung
Der Pietismus Jeht das von ihm geschaffene neue Lied mit großem Nachdruck und innerer Kraft ein, um die Glieder der in der Gefahr der Erstarrung befindlichen Kirche zu neuem Leben zu erwecken und ihnen das Erlebnis der Bekehrung zu vermitteln So haben die Lieder vorwiegend Buße, Bekehrung und Heils= gewißheir zum Gegenstande. Das Lied ift zunächst für den kleineren Kreis der Erweckten bestimmt. Das alte Liedgut gerät in dieser Zeit vielfach in Vergeffenheit und wird in der Aufklärung durch nüchterne Neudichtungen erfeht. Doch findet man in diesem Zeitalter eine Reihe von Dichtern, die sich weiter zur überkommenen Art der kirchlichen Verkündigung halten und über Pietismus und Aufklärung hinweg ihren Glauben mit Liedern bezeugen. Die Melodien dieser Zeit find meist, Arien" für den Einzelgefang, passen sich aber später durch schlichte Gestaltung im Volkston" der damaligen Art des weltlichen VolksHedes an.
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A. Die frühzeit des Pietismus
163. Johann Jakob Schüh geb. 1640 in Frankfurt( Main), Rechtsanwalt und Reichsrat dortfelbst, Mystiker, regte Speners pietistische Erbauungsstunden an, ſpäter schwärmerischen Gedanken zugeneigt. Geft. 1690 in Frankfurt. 233.
164. Samuel Rodigast geb. 1649 zu Gröben bei Jena, Dozent in Jena, fpäter Konrektor und seit 1698 Dírektor des Gymnasiums zum Grauen Klofter in Berlin, freund Speners, geft. 1708 in Berlin.- 299.
165. Heinrich Georg Neuß geb. 1654 zu Elbingerode( Harz), Schulmann und Pfarrer in verschiedenen braunschweigischen Gemeinden, dann Superintendent in Remlingen und schließlich Superintendent und Konfiftorialrat der Graffchaft Stolberg- Wernigerode, eifriger förderer des Kirchengefanges, gest. 1716 in Wernigerode.- 263.
166. Johann Menher geb. 1658 zu Jahmen( Klitten) in der Oberlausih, Pfarrer in mehreren fächsischen Gemeinden, seit 1696 in Kemnih bei Bernstadt in der Nähe von Herrnhut, dort gest. 1734. Menter stand nd Zinzendorf( 204) nahe.-
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167. Lorenz Lorenzen( Laurentius Laurenti) geb. 1660 in Husum ( Schleswig), seit 1684 Musikdirektor und Kantor am Dom zu Bremen, dort gest.
1722.- 88. 122.
168. Friedrich Konrad Hiller geb. 1651 zu Unteröwisheim bei Bruchfal, Regierungsrat in Stuttgart, dort gest. 1726.- 214.
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169. Gottfried Arnold geb. 1666 zu Annaberg( fächs. Erzgebirge), Schüler Speners, radikaler Pietist, zeitweilig Gegner der Kirche und Anwalt aller Ketzer", seit 1701 jedoch im Kirchendienst, gest. 1714 als Superintendent in Perleberg( Mark).- 262.( 441).
170. Johann Christian Nehring geb. 1671 zu Goldbach bei Gotha, Rektor in Effen, Inspektor am Waisenhause in Halle( Saale), 1706 Pfarrer zu Nauendorf( Saalkreis), seit 1716 in Morl bei Halle, dort gest. 1736.- 218 Str. 3 u. 7.
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