der Stadt Jeruſalem.
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nach Josephus Ausdruck es zuletzt an Raum und Holz zu Kreuzen mangelte. Ein gewiß sehr merkwürdiger Anblick vor einer Stadt, deren Einwohner die Kreuzigung Chrifti dem Pilatus mit der größten Wuth abgedrungen hatten! Titus ließ inzwischen diese Grausamkeit zu, um zu versuchen, ob vielleicht die Furcht vor einer gleichen Bestrafung die Hartnäctigkeit der Belagerten überwinden möchte. Aber so wenig dieses, als die bereits sehr zunehmende Hungersnoth, noch auch die wiederholten Warnungen des römischen Feldherrn, die Stadt, den Tempel und ihr eigenes Leben zu retten, vermochten etwas bei diesen gänzlich Verstockten auszurichten; sie sagten vielmehr dem Titus selbst mit untermengter Verschmähung, daß sie lieber sterben, als sich, ergeben wollten, und beriefen sich dabei auf den Schutz GOttes, dessen Verächter sie doch waren.
Die Fortsetzung ihrer verzweiflungsvollen Gegenwehr nöthigte endlich den Titus, die Stadt mit einer Mauer völlig einzuschließen. Hierdurch war dasjenige auf's genaueste erfüllt, was Christus vorher geweisfaget hatte, und die erschrecklichste Hungersnoth nebst allem damit verbundenen Elend nahm nun völlig überhand. Ausgezehrte Menschen suchten bei Tausenden in den letzten Zügen vergeblich ihre Erhaltung. Die bewaffneten Räuber fielen in die Häuser, bemächtigten sich aller Nahrungsmittel und quälten mit den entseglichsten Martern alle und jede, auf welche nur der Verdacht einiger Verbergung fiel. Die Eltern rifsen ihren Kindern und diese ihren Eltern und Geschwistern den letzten Bissen aus dem Munde. Viele, die diesem Jammer durch die Flucht zu den Römern zu entrinnen suchten, wurden von den Soldaten in der Vermuthung, daß sie Gold verschlungen, lebendig aufgeschnitten.. Man suchte durch die unnatürlichsten Mittel die Stillung des Hungers, und eine bemittelte Mutter, die durch diese Plage zur äußersten Berzweiflung gebracht war, schlachtete und fochte ihr eigenes Kind, und bot, da sie einen Theil desselben verzehret, den grausamen Kriegsknechten die andere Hälfte dar. Alle Straßen waren mit Leichen bedeckt und das Sterben war so häufig, daß vom 14. April bis zum 1. Juli 115,880 Leichen zu einem Thore hinaus gebracht und 600,000 über die Mauer geworfen wurden. Titus ward durch diese erschrecklichen Umstände äußerst gerührt und bezeugte mit gen Himmel gehobenen Händen, daß er an diesen unnatürlichen Grausamteiten unschuldig sei und solche unerhörte Gräuel unter den Trümmern der Stadt begraben werden müßten.
Nachdem endlich die Burg Antonia unter vielem Blutvergießen erobert und völlig niedergeriffen war, mußte nun auch der sowohl durch seine Lage als die stärksten Mauern ausnehmend feste Tempel


