30
Am 11. Sonntage nach Trinitatis.
so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirft derselbige einige Geist, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es tehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Boll trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie fie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und hörete ihn.
Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. on den geistlichen Gaben aber will
halten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den slummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch tund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes rebet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern
Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit.,
Luc. 18, v. 9-14.
Er fagte aber zu etlichen, die ſich ſelbſt
vermaßen,
daß fie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei fi selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner ftand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! J fage euch: Dieser ging hinab gerecht
mer sich selbst erhöhet, der wird er niedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1.10.
herinnere euch aber, lieben Bril
I der, des Evangelit, das ich end
verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr aud fstehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vers fündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor ben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen werden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele


