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Episteln und Evangelien.
pfahen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, und sprach: Eli! Eli! Lama Asabthani? das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Er ruft den Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig und Isopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt's ihm dar zum Munde, und tränkete ihn und sprach mit den anderen: Halt, laßt sehen, ob Elias komme, und ihn herabnehme?
Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf.
Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde bebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
Aber der Hauptmann, der dabei stand, gegen ihm über, und die bei ihm wären, und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschrafen sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um.
Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerufalem gegangen waren.
Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname auf dem Kreuze blieben den Sabbath über( denn desfelbigen Sabbathstag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem anderen, die mit ihm gefreuziget waren. Als sie aber zu Jesum kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete feine Seite mit einem Speere, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit gesaget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Jhr


